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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

Kammes und die Schnürung anzugehen wusste. Zur besserenpractischen und theoretischen Ausbildung und mit Bezugnahmeauf die in Lyon als Privatanstalten bestehenden dcoles defabrique brachte die königliche Regierung die Gründung vonWebeschulen in Anregung.

Schon vorher hatte in Elberfeld ein Franzose Unterrichtim Weben ertheilt; in seinem Local wurde die neue Schuleam L Januar 1845 eröffnet. Bald wurde sie erweitert, mitLehrmitteln vollständig ausgerüstet und mit Mustern derneuesten französischen Gewebe regelmässig versehen. DerLehrplan war während des ersten Jahrzehnts ein äusserst be-schränkter, er erstreckte sicli nur auf die Deeomposition, d. li.die Untersuchung und Zerlegung gewebter Stoffe und die Lehrevon ihrer Nachbildung, und auf die Weberei auf Hand- (Tritt-und Jacquard-) Stühlen. Ungeachtet dieser Beschränkung derAufgabe und obgleich das Schulgeld auf den hohen Betrag von120 Tlialer für den Cursus von drei Semestern festgesetzt war,hatte die Schule während dieser Periode doch eine Zahl vonanfangs 38, dann während der Revolutionsjahre von 22 undim Jahre 1854 von 48 Schülern. Die hieraus erwachsendenEinnahmen einschliesslich des Zuschusses von 800 Thalernseitens des Staats und 400 Thalern seitens der Stadt decktennicht nur die laufenden Bedürfnisse, sondern ergaben auchnoch einen Ueberschuss.

Die bisherigen Erfolge der Schule einerseits, andererseitsder durch die intensiver werdende Industrie des Thaies ge-gebene Zwang, in den einfachen Geweben zum Maschinen-betriebe, in den anderen zu feineren Mode- und Luxusartikelnüberzugehen, gaben die Veranlassung, den Unterricht in derAnstalt zu erweitern. Zunächst handelte es sich in der Webe-schule um eine Unterweisung in der Handhabung der neuenKraftstühle, was jedoch nicht zur Ausführung gelangte, weilihre Einrichtung zu theuer war. Ferner sollte dem Unterrichtim Decomponiren, im Zerlegen und Nachahmen bekannterStoffe, der im Componiren hinzugefügt werden, um den Ge-schmack und die Fähigkeit zur Erfindung und Herstellungneuer Stoffe und Muster zu erwecken. Dazu bedurfte es einerIvenntniss der Wahl der Stoffe für neue Muster oder der Er-findung neuer Behandlungsweisen oder Verbindungen von Stof-fen. Das setzte eine genaue Kenntniss der Rohstoffe und ihrerEigenschaften und eine vorhergehende richtige Würdigung der-selben und ihrer Verbindungen nach Schönheit, Dauerhaftig-keit, Preiswürdigkeit und aller sonstigen von den Fabrikantenzu nehmenden Rücksichten voraus. Zweitens nahm man dieGründung einer Fabrikmuster-Zeichenschule in Aussicht, worinMänner ausgebildet werden sollten. welche den Namen vonKünstlern im selbständigen Erfinden neuer Muster für Webe-und Druckwaaren verdienen sollten. Endlich schuf man ein