schritt, indess die Pforten der nationalen Ausstellung bliebenihnen verschlossen. Erst im Jahre 1834 wurden dieselben ge-öffnet, jedoch erschienen die Fabrikzeichner zwei Jahrzehntehindurch nur in sehr beschränkter Zahl, theils aus natürlicherSchüchternheit, theils weil die Fabrikanten ein schweres Attentatauf ihre Interessen sahen in der Oeffent-lichkeit, welche denKünstlern, ihren Mitarbeitern, zugestanden wurde.
Seitdem ist ihre Zahl beträchtlich gewachsen, besondereUnternehmungen sind entstanden; an ihrer Spitze steht dererfindende Künstler, neben ihm seine Gehiilfen und Lehrlinge.Der Künstler macht die Entwürfe, er hat stets mehrere inseiner Mappe, um eine Answahl vorrilthig zu halten, wenn einFabrikant Bestellungen machen sollte. Ist ein Entwurf aus-gewählt, so gibt der Fabrikant manchmal Aeiulerungen an,sie werden besprochen und die Skizze wandert in die Werk-stube, wo Gehiilfen und Lehrlinge sie im Detail und in derfür die Fabrik nöthigen Grösse ausführen. Eine solche Unter-nehmung arbeitet nothwendiger Weise für viele Fabriken undes existiren viele Anstalten für eine Specialität. Auf derPariser Weltausstellung von 1867 wurden allein Auszeichnungenertheilt an sechs französische Ateliers für Shawlinuster, sechsfür Möbel, zehn für Tapeten und bemaltes Papier, acht fürGewebe, acht für Druckwaaren, eine für Stickereien und Spitzen,uneingerechnet die Auszeichnungen für gewerbliche Muster imAllgemeinen. Und wie zahlreich sind die beschäftigten Arbeiter!In der Industrie der französischen Cachemirs betrug ihre Zahl480—500! Es waren dies nur zu geringem Theile Zeichnerin den Fabriken selbst, welche dort die indischen Sliawls co-piren; zum überwiegenden Theile waren es die selbständigenKünstler, welche je zehn bis vierzig Hülfspersonen aller Artbeschäftigen. Kur einige Fabriken, und auch diese nur ineinigen Specialitäten, sind noch im Stande, sich eigne Künstlerzu halten; die Zeichner, welche man oft in Fabriken findet,werden nur für sehr einfache Arbeiten verwendet, wobei essich keinesfalls um eine Erfindung und eigne Ideen handelt.
Die Arbeitstheilung hat sich vollzogen; die Anstalten fürkunstgewerbliche Muster nehmen eine getrennte Stellung einvon der Industrie, welche ihre Entwürfe ausführt; auf denAusstellungen erhalten sie besondere Auszeichnungen. Unddiese Auszeichnungen haben sie verdient. Die Künstler, siesind nicht die blossen Mitarbeiter der Fabrikanten, sie sindviel mehr, sie sind Schöpfer, Erfinder, die rastlos, um Erfolgzu haben, nicht nur den Schwankungen der launenhaftestenaller Göttinnen, der Mode, folgen, sondern sie errathen, sieunterjochen und ihr die eigenen Gesetze auferlegen.
Wieviel gehört dazu, eine solche Stellung auszufüllen! Esgehört nicht allein dazu, zeichnen zu können; es bedarf einesentwickelten ästhetischen Gefühls und einer Intelligenz, fähig,