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kurzer Zeit. Ein Unterricht, der auf Ueberfiüssiges geht,kostet den Gewerbtreibenden zu viel kostbare Zeit. Der Ar-beiter kann höchstens am Sonntag einige Stunden seiner tech-nischen Vervollkommnung widmen, der Fabrikant sich nureinige Monate aus seinem Berufsleben herausreissen; beidehaben practische Erfahrungen und feste Ziele. Es ist Aufgabeder mit‘einer Fachschule verschmolzenen Lehrwerkstätte, ihreBegriffe systematisch zu klären und die schwierigsten Problemeder Technik sofort practisch unter den Augen der Lehrerausführen zu lassen. Jede Anstalt, welche, wie die städtischeWebeschule in Crefeld und die Privatschule in Elberfeld, ihreSchüler in einen schablonenmässigen Unterricht hineinzwängt,blüht nicht auf. Nur diejenige Schule gedeiht und ziehtSchüler an sich, welche diesen darbietet, was sie speciellbrauchen und dieses in der intensivsten Weise thut. Dazubedarf es gewisser pädagogischer Talente als Leiter, diese ver-bürgen den Erfolg. Mögen dann pedantische Schulmeister dieSystemlosigkeit schelten, aber die Anstalt leistet etwas in derPraxis und zur Seite steht ihr der Erfolg!
II. Die Verfassung' der Mode- und Ivunstindustrie.
Bleiben wir zunächst bei der textilen Modeindustrie, soerscheint neben Arbeiter und Fabrikant als dritter Factor inder Production der Ideen und Muster angebende Künstler;und hier ist der Ort, um überhaupt verständlich zu bleiben,auf die Verfassung der rheinischen, ja der deutschen Mode-und Kunstindustrie im Allgemeinen einzugehen. Derjenige Ort,welcher bis auf den heutigen Tag den rheinischen Gewerbendie Ideen und Muster angiebt, ist Paris. Wie ist nun dieOrganisation in Paris ? ')
Bis zum Jahre 1820 waren die Musterzeichner der Gewebesozusagen das ausschliessliche Eigenthum des Fabrikanten; wiedie Werkmeister oder Arbeiter machten sie einen Theil derHülfspersonen aus und gehörten zur Kategorie der Tagelöhner,welche dem Publicum unbemerkt blieben. Damals war esAmedee Couder, welcher zuerst eine Anstalt ausserhalb derFabrik gründete; aus dieser Anstalt gingen Schüler hervor,welche ihrem Meister folgten; das war zwar ein grosser Fort-
’) Nach Andreef a. a. 0. 138—140. — Edmond Taigny: Applicationde hart ä l’industrie. (Rapports du jury internationale sur l’expositionuniverselle de 1867.)