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II. 3.
soweit wecken, dass der Fabrikant die practische Durchführungbeurtheilen und die practisehen Arbeiter überwachen kann.Da nun ferner der Aufenthalt in Mülheim so tlieuer ist, min-destens 1800, meist aber 3600 Mark jährlich, und das Schul-geld 270 Mark pro Cursus und für Chemie noch weitere30 Mark beträgt, so sparen die Schüler an ihrer Aufenthalts-dauer und treiben nicht Dinge, die ihnen keinen Nutzen bringen.Auch ist die Zusammensetzung der Schülerzahl eine ausser-ordentlich mannnigfaltige; es linden sich solche von sechszehnJahren an, die meisten aber haben das zwanzigste Jahr über-schritten; eine gute Elementarbildung reicht hin, viele habenaber ihr Abiturientenexamen bestanden; man zählt sogar vierAssessoren, Ingenieure, Fabrikanten mit eigenem Geschäft,Werkmeister mit hohen Gehältern unter den Schülern; einigekommen aus der Lehre, andere von ihren Reisen; zahlreicheSchüler haben sich aus der Praxis losgerissen, um eine Specia-lität zu erlernen. Daher bleiben die einen nur drei, die an-deren vierzehn Monate; der Cursus ist nominell auf ein Jahrberechnet.
Aus allem dem folgt das so unendlich wichtige Princip,den Unterricht nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten derSchüler zu gestalten, diese nicht in einen schablonenhaftenCursus zu zwängen. Dem Principe steht die Praxis zur Seite;der Leiter der Anstalt hat sich als technischer Pädagog erstenRanges bewährt. Ein jeder Schüler wird in der Branche unter-richtet, um derentwillen er die Anstalt besucht. Mit einemTeppichfabrikanten nimmt der Director Teppichmuster durch,mit einem Fabrikantensohne die Specialität seines Vaters;Schulmuster werden blos am Anfänge beim Elementarunterrichtgemacht. Ein Jeder darf Muster einrichten und weben, welchefür ihn nöthig sind und zum Verständniss dienen; viele webenMuster, die sie bei ihren Eltern fertig machen, da eine Appreturbei der Schule nicht besteht. Der Unterricht erstreckt sichüber sämmtliche Zweige und Betriebsarten der Weberei, Wir-kerei und Riemendreherei; die Lehrmittel bestehen aus 30Hand- und 12 Kraftstühlen, je 3 mechanischen Bandmühlenund Riementischen und einer Färberei. Den Unterricht er-theilen der Director und ein technischer Webelehrer, dreiWebermeister, ein Färbermeister und ein chemischer Lehrer.Das ganze Budget der Schule beläuft sich auf 18—21000 Mark;Staat und Stadt schiessen je 1500 Mark zu. Der Erfolg man-gelt nicht: etwa 50 — 60 Schüler treten alljährlich neu ein;vorzugsweise sind es Ausländer aus Grossbritannien, Belgien,der Schweiz, Russland und anderen Ländern.
Worauf beruht der Erfolg dieser beiden Webeschulen?Darauf, dass sie mit grosser Schmiegsamkeit sich den specielleuBedürfnissen ihrer Schüler anpassen durch unmittelbare Dar-bietung dessen, was ihnen gerade fehlt und zwar in möglichst