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je nach clen Bedürfnissen der verschiedenen Klassen Arbeiterfällt der Schwerpunkt des Unterrichts bald auf diesen, baldauf jenen Gegenstand; der eigentliche Zeichenunterricht wirdseparat in der Fortbildungsschule des Vereins ertheilt. AlleBelehrungen sind mit practischen Uebungen verbunden; 18Webstiihle, 5 Bandstühle, 2 Riementische und mehrere andereGeräthe stehen im Saale und sind in voller Tlültigkeit. DieAnleitung, welche die Schüler am Sonntag empfangen, könnensie in der Woche auf eigenen Stühlen verwerthen, und eshängt von ihren Fähigkeiten ah, wie rasch sie die Schwierig-keiten ihres Handwerks überwinden. Etwa ein Viertel der-selben bleibt ein Jahr, die Hälfte zwei Jahre und der Restnoch länger in der Anstalt; sie treten dann in die Praxis ohneweiteres Diplom, wohl werden aller jährlich drei Bücher alsPrämien an die Fleissigsten vertheilt und sechs lobende Er-wähnungen gespendet. Der Besuch der Anstalt ist ein sehrlebhafter; am Sonntag kommen 75, am Montag 21 Schüler,zumal das Schulgeld nur l 1 ^, bezw. 9 Mark vierteljährlichbeträgt. Freilich sind die Ausgaben auch nur sehr geringe.Der treffliche Inspector, wie drei ehemalige Schüler, gegen-wärtige Werkmeister und Commis, ertheilen den Unterrichtunentgeltlich; einer derselben feiert als Lehrer sein 25jährigesJubiläum. Besoldet werden nur drei Lehrer mit zusammen744 Mark jährlich. Den Ausfall, der sich trotz des Schulgeldesund der verkauften Fabrikate ergibt, deckt der oben genannteVerein, dem die Stadt, wie namentlich die Regierung die Lehr-mittel der aufgelösten Elberfelder Webeschule überwiesen hat.
Eine ganz andere wirthschaftliche Function als die Ge-sammtheit der betrachteten Arbeiter hat der Fabrikant. Erhat weder wie jene die technische Ausführung selbst zu be-wirken, noch wie die Künstler die Muster zu erfinden; er hatvielmehr zu beurtheilen, oh und wie das Muster technischdurchführbar ist und welcher Effect dabei erzielt wird, und obdie Ausführung auch eine Rentabilität in Aussicht stellt. Ausdiesen Aufgaben des Fabrikanten entsteht ein besonderesProblem für den Unterricht, welches in meisterhafter Weisedurch den Leiter der seit dem Jahre 1852 bestehenden Webe-schule in Mülheim am Rhein gelöst worden ist.
Was zunächst die Calculation nach Musterproben anbelangt,wodurch die Schüler befähigt werden, schon vor der Einrich-tung eines zu fabricirenden Artikels dessen Rentabilität zubestimmen und denselben auf die möglichst vortheilhafte Weiseherzustellen, so bleibt es gewöhnlich nur hei einer kurzen An-leitung, da dieselbe sich am besten während der Lehrzeit aufdem Comptoir erlernt. Der Unterricht wendet sich vorzugs-weise der anderen Aufgabe des Fabrikanten zu. Er willkeineswegs Weher mit Handfertigkeiten practisch heranbilden,er will nur durch den practischen Unterricht das Verständnis