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nicht allein in den betreffenden Handgriffen, sondern auch inBezug auf die Unterscheidung der Weiden nach ihrer Sorteund ihrer Verwendbarkeit für die einzelnen Zweige derFlechterei. Desgleichen wird zu passender Zeit Gelegenheitgenommen, sie mit der Pflanzung und Unterhaltung der Korb*weiden bekannt zu machen. Die Flechtarbeit dauert im Sommerneun, im Winter acht Stunden; dazu kommt täglich eineZeichen- und eine halbe Turnstunde; am Sonntag besuchendie Lehrlinge von neun bis elf Uhr die städtische Fortbildungs-schule, in welcher ihre Elementarkenntnisse befestigt werden.
Im ersten Jahre absorbirten die unwissenden Lehrlingefast die volle Arbeitszeit der Meister, und das finanzielle Er-gebniss war nichts weniger als glänzend; das Lehrgeld von24 Mark jährlich erschien ganz berechtigt, obwohl die fleissigerenund fähigeren Knaben dasselbe in Gestalt von Prämien wiedererhielten. Aber schon im zweiten Jahre leisteten sie Tüch-tiges, der Absatz erweiterte sich, die Bestellungen häuftensich und gegenwärtig erhalten die Lehrlinge fünf Procent ihresArbeitsertrages als Lohn. Falls sie nach Ablauf der Lehrzeitnoch ein drittes Jahr in der Anstalt verbleiben, erhöht sichderselbe.
Neben ihren pädagogischen verfolgt die vortreffliche Lehr-anstalt noch andere, sehr wichtige volkswirthschaftliche Zwecke.Sie will in Zukunft den gesammten Absatz der Industrie inihre Hände nehmen und durch Errichtung von Niederlagenund Agenturen sich in den Hauptverkehrsplätzen festsetzen.Dadurch würden die kleinen Kaufleute beseitigt werden, welchedie bäuerlich-handwerksmässigen Korbflechter bereits auszu-beuten begonnen haben. Dieses Streben nach dem Monopolwird durch die Steuerfreiheit der Anstalt und ihre Unter-stützung seitens des Staates und des Vereins beschleunigt,vielleicht nur zum Segen der Industrie und der gesammtenGegend. Denn die Schäden des handwerksmässigen Betriebeshaben sich bei der Schilderung Solingens und Remscheids nichtverkennen lassen, und eine Unternehmung wie die HeinsbergerLehranstalt wäre befähigt, zugleich den Absatz zu besorgenund pädagogisch fördernd auf die Technik einzuwirken. Nurmüssten gewisse Cautelen gegen den Missbrauch der Monopol-stellung ergriffen werden, einmal durch Beibehaltung der Be-schränkung der Dividende auf fünf Procent, dann durch Auf-erlegung grösserer finanzieller und pädagogischer Lasten beieiner Vergrösserung der Unternehmung.
In der Heinsberger Anstalt ist die Lehrwerkstätte völligan die Stelle der früheren Werkstattlehre getreten; ganz an-derer Art sind die Webeschulen, welche nur bestimmteschwierige Operationen ihren Schülern beibringen. Man wirddas Wesen derselben gar nicht begreifen, wenn man sich dieverschiedenen Gruppen von Theilnehmern an der Industrie