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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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11. 3.

wartig am Sonntag und Montag je zwei Stunden unterrichten.DieseFachschule ist eine blosse Zeichenschule.

Die bisherige Thätigkeit der Fachschulen am Niederrheinist (abgesehen von den hier nicht in Betracht kommendenBergschulen) gleich Null zu setzen; von weit grösserer Be-deutung und zum Tlieil ganz vortrefflich geleitet sind dieLehrwerkstätten. In denselben wird entweder das ganze Ge-werbe erlernt, wie in der Lehranstalt für Korbflechterei in derKreisstadt Heinsberg im Regierungsbezirk Aachen, oder nurgewisse, besonders schwierige Operationen, wie in den. Webe-schulen für Arbeiter in Barmen und für Fabrikanten in Mül-heim a./Rh.

Die Hebung der Korbweidenzucht und Korbflechterei inder Umgegend von Heinsberg ') ist ein Muster moderner Volks-wirthschaftspolitik. Seit zehn Jahren ist die Anzahl der mitKorbweiden bepflanzten Morgen auf 2480 und die der Korb-flechter auf 1090 gestiegen. Daraus ergab sich das Bestreben,einerseits die Zucht feinerer Weidensorten einzubürgern, undder Bürgermeister der Gemeinde Prummern legte eine Be-obachtungsstation für Weidenzucht an, die von Staat und Ge-meinde subventionirt wird. Andererseits beschloss man, dieFeinflechterei einzuführen und zu verbreiten, und unter Leitungdes vortrefflichen Landraths z. D. Janssen bildete sich zudiesem Zwecke eine Actiengesellschaft, welche die Reingewinneihres Grundcapitals von 7050 Morgen zur Hälfte als Reserve-fonds ihrer Kasse zuführen, zur anderen Hälfte bis zu 5 °/o alsDividende vertheilen will, die eventuellen Ueberschüsse aberder Gesellschaftskasse zuweisen wird. Ausserdem wird dieAnstalt von der Regierung und vom Aachener Verein fürArbeitsamkeit mit je 3000 Mark jährlich unterstützt.

Die Lehranstalt wurde am 1. November 1876 eröffnet undzählte im October 1878 25 Schüler, welche unter Leitung einestrefflichen Directors von fünf Meistern, denen drei Gesellenbeigegeben sind, in den fünf Zweigen der Flechterei unter-richtet werden. In den zwei Lehrjahren erlernen die Knabenzwei Branchen, in drei Jahren könnten sie es bis zu vierBranchen bringen, und man hat daran gedacht, die Lehrzeitzu verlängern. Mit den für die betreffenden Arbeiten geeig-neten Sorten von Weiden und Rohr werden die Schüler beimUnterricht bekannt gemacht. Zur Zeit des Schneidens derWeiden auf dem Stock (im Spätherbst) und des Schälens (imFrühling) erhalten sie auf der Culturparzelle, bezw. an denVorrichtungen für das Schälen die nöthigen Unterweisungen

0 Die genaueste Schilderung hierüber enthält meine (in russischerSprache erschienene) Denkschrift über die Korbweidenzucht und Korb-flechterei im Regierungsbezirke Aachen 1879, in den Berichten der heimkaiserlichen Finanzministerium bestehenden Commissionen zur Hebung derKleinindustrie und der technischen Bildung in Russland.