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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
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II. 3.

ferner sind vier bis fünf Procent dem Handwerk entnommeneSchlosser und Maschinisten nöthig. Die besseren Arbeitersichert man sich durch Prämienzahlung und Reverse.

Die Arbeitszeit beim früheren Handbetriebe war eine un-menschlich lange. Sie dauerte von sechs Uhr Morgens bisneun Uhr Abends, und diese Sitte wurde hinübergenommen indie Fabriken. Ganz wider die Usance des Ortes wurde indiesen Etablissements von fünf bis acht Uhr gearbeitet unddies damit entschuldigt, dass es Gewohnheit der Landleute sei,ihre Arbeit mit Sonnenaufgang zu beginnen, dass die Meistermit ihren Gelullten doch zusammenarbeiteten und die Be-schäftigung eine sehr leichte sei, da es sich nur um die Be-aufsichtigung der Stühle handle. Bei dieser fünfzehnstündigenAnspannung der Kräfte in vielfach niedrigen, beengten undnicht gehörig gelüfteten Räumen, in denen ein wahrer Höllen-lärm herrscht, liess man den Arbeitern kaum Pausen zum Kin-nehmen der Mahlzeiten, ja es ist eine vom höchsten Staats-beamten des Orts und von einem grossen Fabrikanten be-glaubigte Thatsache, dass in einer Fabrik (der letztere sprachsogar von einigen) den graubleichen, muskellosen Arbeiternum den Hals eine Blechvorrichtung gebunden war, aus welchersie während der paar Secunden, wo glücklicher Weise keinFaden riss, einige Bissen hinunterlöffeln konnten.

Das überstieg denn schliesslich doch alles im WupperthaleUebliche. Eine Volksversammlung und eine Zusammenkunftanderer Männer erhoben Vorstellungen; der Oberbürgermeisterberief die Vertreter fast sämmtlicher grosser Etablissements,und im Einvernehmen mit ihnen wurde für die Städte Barmenund Elberfeld durch Polizeiverordnungen vom 3. und 11. Junibestimmt, dass in sämmtlichen Fabriken und geschlossenenArbeitsräumen eine Pause von einer Stunde zum Mittagessenund einer halben Stunde am Nachmittag und auch einer halbenStunde am Vormittag, wenn die Arbeit vor sieben Uhr Morgensbegänne, gewährt werden musste. Mehrere Fabrikanten undMeister erhoben Proteste gegen diese Verordnung; sie wäre,.zwar moralisch werthvoll, aber sie träfe hart, denn dieArbeits- und Capital Verluste wären gross. Der Werth einesRiementisches betrage 4500 Mark, durchschnittlich könnte manfür Zinsen und Verschleiss mindestens 15% im Jahre rechnen;das mache pro Woche 13 Mark, ferner Miethe von Raum undKampfkraft 7%) in Summa 20V 2 Mark oder etwa ein Drittelmehr als der Lohn des Arbeiters betrage; dabei -wären dieReservegänge und Anderes noch unberücksichtigt. Gegenfrüher, wo der Betrieb durch körperliche Arbeit selbst bewirktwurde, wäre der jetzige ein spielender; die Pausenverschlech-terten nur das Fabrikat, statt der fest normirten wärenhöchstensentsprechende Pausen zu setzen. Wie bei allenStapelartikeln der Textilindustrie wollten auch hier die Fabri-