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kanten sieh allerlei Excesse in der Arbeitszeit erlauben. Aberder Oberbürgermeister liess sich nicht erweichen, er versicherteden zweifelnden Bittstellern die Durchführbarkeit der Ver-ordnung, liess dieselbe scharf controlliren und sie wurde durchmassenhafte Denuntiationen der Arbeiter auch erreicht. 1 ) Ge-genwärtig beträgt die Arbeitszeit in den Etablissements derFabrikanten elf, in denen der Meister zwölf Stunden.
Die Lebensverhältnisse der Meister 2 ) sind je nach Anzahlder Tische sehr verschiedene. Die grossen leben ähnlich wiedie Fabrikanten, die kleinen wohnen in der Nähe des vonihnen benutzten Etablissements zur Miethe in zwei bis dreiZimmern. Sie stehen hoch über den eigentlichen Fabrik-arbeitern; sie selbst haben gewöhnlich zwar nur eine Elementar-bildung, je wohlhabender sie sind, desto höher hinauf schickensie aber ihre Kinder in die Gewerbeschule. Die Haushaltungist bei den selbständigen Meistern eine ähnlich gute wie obenauf den Bergen; ihre Frauen verstehen als ehemalige Dienst-mädchen die Wirthschaft zu führen.
Der Umfang der Barmer Industrie ist nicht leicht anzu-geben. Nach der officiellen Kreisstatistik vom Jahre 1871arbeiteten für Barmer Fabrikanten 1700 Bandstühle; in dieserZahl sind aber nicht die für Elberfeld, Schwelm, Ronsdorf undwohl auch nicht alle für Barmen beschäftigten Stühle ange-geben; unter Hinzurechnung der Frauen und Kinder in denHülfsgewerben dürfte die Bandindustrie wohl 4000—5000 Per-sonen in Tliätigkeit setzen. Die gummielastischen Waaren, wieZüge an den Stiefeln, Tragbänder, Litzen und Kordeln, warenin Barmen allein im Jahre 1873 durch 18 Firmen vertreten,welche 300 Bandstühle und 30 Riementische, also wohl 1000Arbeiter beschäftigten. Die Riemendreherei erhielt 1000 Tischemit 3000 Arbeitern im Gange. Insgesammt darf man wohlannehmen, dass die Bandwirkerei und Riemendreherei, ein-schliesslich der Fabrikation der gummielastischen Waaren, etwa10000 Arbeiter im Tliale und dessen Umgebung beschäftigen. 3 )
Die letzte, wirkliche Modeindustrie, ist die Fabrikationder Stoffknöpfe, welche in den 1830er Jahren in Barmeneingeführt wurde und in den 1850er dadurch einen grossenAufschwung nahm, dass die früheren Posamentknöpfe ausserMode kamen. Gegenwärtig wird diese Industrie von etwa
*) Kgl. Regierung zu Düsseldorf. I. III. 9. 8. Berichte des Ober-bürgermeisters.
2 ) von Hirschfeld a. a. 0.
3 ) Schätzungen der Jahresproduction der Wupperthaler Industrie undAngaben über die Arbeitslöhne linden sich im Jahresberichte der Handels-kammer für 1861, in den officiellen Kreisstatistiken und in der Schrift vonv. Eynern: Wider Socialdemokratie und Verwandtes. 1874. Jedoch sindalle Schätzungen wohl wenig zuverlässig.
Ueber die Arbeiterverhältnisse in Barmen siehe Anlage IX.
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