II. 3.
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die Gewerbeschule so lange, bis sie das Zeugniss zum einjährigFreiwilligendienste erhalten, dann folgt vom 17. bis 18. Jahrab eine Lehrzeit im elterlichen oder in einem befreundetenGeschäfte, hierauf wird der Dienstpflicht Genüge geleistet.Nun beginnen die Wanderjahre, um die fremden Waaren unddas kaufmännische Geschäft völlig kennen zu lernen. Wo dieseKaufleute sich die technischen Kenntnisse aneignen, ist räthsel-haft, und doch besitzen sie einige, namentlich in Elberfeld, woder Maschinenbetrieb schon älter ist als in Barmen. Auchsind die Anforderungen an sie nicht gar so grosse. Die neuerfundenen Maschinen werden ihnen alle von den Erfindernzugesendet, und als z. B. die Schnellläufer in der Riemen-dreherei aufkamen, fanden sie bald allgemeine Verbreitung,da der Fabrikant nur vermöge ihrer concurriren konnte. DieLeitung der eigentlichen Fabrikation liegt, wie in Aachen aus-geführt wurde, in den Händen der 'Werkmeister.
Der fortwährende Wechsel der Industrieen hat eine grossepädagogische Bedeutung für die technische Schulung desArbeiterstandes gehabt. Die Bevölkerung der entferntenGegenden wurde durch die dorthin verlegten einfachen Artikelüberhaupt erst an gewerbliche Verrichtungen gewöhnt undihre Hand empfing die erste technische Schulung; der Arbeiter-stand im Centrum wurde aber vor immer schwierigere Pro-bleme gestellt und ist zu grossei' Geschicklichkeit heranerzogenworden. Aus den gleichen Wanderungen der Industrieen folgenfür die Lohnverhältnisse zwei wichtige Lehren. Einmal fürdie Arbeiter: ■ dass es eine Thorheit ist. durch Strikes oderandere Versuche in rückgehenden Gewerben Lohnerhöhungenzu fordern oder die alten Löhne festzuhalten; die Leinweber-zunft hat den Versuch mit dem Untergange bezahlen müssen.Dann für die Fabrikanten, dass es ihrerseits ein furchtbarerEgoismus ist, in solchen Fällen durch Lohndrücken die alteIndustrie noch ein oder zwei Decennien gewinnbringend fürsich zu gestalten; sie ruiniren den Arbeiterstand, ohne dasdem Untergänge geweihte Gewerbe retten zu können.
III. Die Bandwirkerei und ßieniendrekerei.
Während in Elberfeld hauptsächlich die Weberei ihrenSitz hat, zeichnet sich Barmen durch die Bandwirkerei undRiemendreherei, die gummielastischen Gewebe und die Stoff-knöpfe aus.
Schon seit Ende des XVII. Jahrhunderts wurde einlohnender Handel mit Band, Litzen und Schnürriemen be-trieben; das Material folgte dem allgemeinen Gange der