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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
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II. 3.

sich in die Geschäfte getheiit: der eine ist Chemiker, derandere Mechaniker, der dritte leitet die Fabrikation. DieMuster kommen alle aus Paris und nehmen folgenden Weg:zuerst geben die Bänder in St, Etienne den Ton an. ihnenfolgen die Lyoner Stoffe und diesen hinken die Druckereien inMühlhausen und die von Schlieper nach; sie popularisiren jeneModen in weniger edlen Stoffen. Die schwierigsten Arbeiten,das Graviren der Muster mit dem Storchschnabel auf Kupfer-walzen und das Ziehen von Streifen auf Kupfer durch Stahl-rollen (Moletten) werden vielfach von Elsässern ausgeführt undwerden am höchsten gelohnt. Theils werden diese Arbeiterschon gelernt angenommen, theils fangen sie als Lehrlinge an.In den Druckereien fangen sie gleichfalls als einfache Walzen-träger u. s. w. an, dann kommen sie nach vorne für einfacheMuster; dagegen dauert es viele Jahre, bis sie Druckermeisterwerden und complicirte Muster drucken; als solche können sie3036 Mark wöchentlich verdienen: alle Drucker müssen selbstangelernt werden, da man sie nirgendwoher aus der Nachbar-schaft verführen kann.

ln kaleidoscopischem Wechsel sind im Wupperthale dieIndustrieen auf einander gefolgt. Beim Handbetriebe bestehtder Hauptbestandtheil der Productionskosten ja im Arbeitslohn.Daher müssen die billigeren Stoffe auch den billigeren Löhnenauf das Land hinaus folgen, und die Factoreien entfernen sichso weit vom Centrum, bis sie selbständig werden oder dieentstehenden Nachtheile die erwachsenden Vortheile überwiegen.Im Centrum selbst wird indessen der Uebergang zu immerkunstvolleren Fabrikaten vollzogen. Diese Bewegung gelangtauch beim mechanischen Betriebe zur Geltung, nur dass essich hier weniger um die Ausbildung von Handfertigkeiten,sondern um die Vervollkommnung der Maschinentechnik handelt.Zahlreiche Fabriken werden auch aus der Stadt hinaus verlegtan die benachbarten Eisenbahnstationen, wo der Grund undBoden und die Arbeitslöhne billiger sind: so mancher Kauf-mann, der Vormittags im städtischen Comptoir gesessen hat.ist Nachmittags in der ländlichen Fabrik. Man würde Elber-felds Bedeutung völlig unterschätzen, wenn man seine Industrielediglich nach seinen städtischen Fabriken beurtheilen und dieländlichen Etablissements an der Bahn nach Deutz und dienoch entfernteren Factoreien ausser Acht lassen wollte.

Die Wupperthaler Kaufmannschaft hat die untergehendenArtikel immer rechtzeitig verlassen und hat ihre Aufgabe ge-löst, die jeweilig lohnendsten Waaren aufzugreifen. Sie hatdabei eine ausserordentliche Beweglichkeit entwickelt und vollerBetriebsamkeit der Industrie immer neue Absatzmärkte eröffnet.Diese kaufmännischen Leistungen sind offenbar die Lichtseitenbei diesen Leitern der Industrie. Dieselben gemessen nochheute eine rein kaufmännische Ausbildung; sie besuchen meist