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in den gemusterten Stoffen. Die Westenstoffe, wohl lange dasdem Tliale eigenthümlichste Fabrikat, wurden durch die Tuch-westen verdrängt. Die Shawls, meist für heimischen Land-consum oder für überseeische Länder berechnet, wurden viel-fach durch wollene Fabrikate verdrängt, weil diese, wennauch tlieils theurer, so doch entschieden praktischer für denGebrauch sich zeigten. Die Fichus und Tücher, namentlichsoweit diese auf die Nationaltrachten berechnet waren, habenwohl hauptsächlich aus der Abnahme der letzteren ihren ge-ringeren Verbrauch herzuleiten. Auch andere Artikel gingenein: die gemusterten und die mit Baumwolle gemischten Seiden-stoffe waren von der Nachbarstadt Crefeld überflügelt worden;die mit Wolle gemischten Stoffe fanden in den sächsischenWaaren ungleich billigere Concurrenten. Die Kleiderstoffesuchte man vergeblich zu behaupten: in der Composition, denZeichnungen und Farben standen sie den französischen Fabri-katen bei weitem nach; zwar hatte Elberfeld die andern rhei-nischen Weberstädte im Geschmack weit hinter sich gelassen,weil es auf einer intensiveren Stufe stand, aber an Lyon ragtees doch nicht hinan. Mit Stolz konnte im Jahre 1859 derFranzose Louis Iteybaud *) rühmen: „Man hat Stoffe gekauft,Faden für Faden aus einander genommen und nachgeahmt;aber eine industrielle Nachahmung ist wie eine literarischeUebersetzung, die Schönheit des Originals geht verloren. Mancopirt die französischen Muster, man copirt aber, wie manunsere Sprache spricht, mit einem fremden Accent. DieserKrieg gegen die französische Industrie überschreitet nicht dieProportionen eines Marodeurkrieges.“ Zu all diesen Ursachenim Einzelnen kam noch, dass seit den 1860er Jahren der Geschmacksich überhaupt von den gemusterten Stoffen abwendete.
Daher kommt es, dass gegenwärtig nur drei Firmen über-haupt noch gemusterte Seidenstoffe, zum Theil in sehr ge-schmackvoller Weise fabriciren und auch ganz concurrenzfähigdarin sind. Die Anzahl der Weber ist bedeutend zurück-gegangen; aus der Stadt sind siefast gänzlich verdrängt durchdie hohen Lebensmittel- und Mietpreise, auch sind die Stubendort nicht hoch genug für den Jacquard, und das Geräuschdesselben lassen die Hausbesitzer sich zu hoch bezahlen. DieWeber wohnen daher in den Vorstädten und auf den nahenBergen. Im Jahre 1861 zählte man im Kreise Elberfeld noch2359 Hand- und 430 Kraftstühle auf seidne und halbseidne Zeugeund Bänder, im Jahre 1875 nur 1617 Stühle mit 2985 Arbei-tern, welche als Weber, Winder und Spuler beschäftigt waren.Nichts desto weniger ist Elberfeld das Vertriebscentrum einerimmerhin beträchtlichen Seidenindustrie geblieben. Die glattenStoffe nämlich werden nur zum Theil mechanisch in einigen
') Condition des ouvriers en soie. S. 65.
Forschungen (8) K. 3, Thun 2.
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