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die, ihrer Vergangenheit treu bleibend, im alten Gewerbesterben; diese vermögen am wenigsten sich ungerechtfertigtenPrätensionen zu widersetzen. Mit ihnen stirbt auch die Mög-lichkeit aus, die Arbeiter in dem erforderlichen Masse aus-zubeuten, und das traurige Schauspiel einer zu Grunde gehen-den Industrie findet sein Ende. —
Die Erbschaft der Leinen- und Baumwollenindustrie tratdie Seidenindustrie an (Anlage VIII). Schon seit der Mittedes vorigen Jahrhunderts beginnt sie sich zu entwickeln, indemsie für die Nationaltrachten und den landläufigen Geschmackder vielseitigen Absatzgebiete arbeitete, welche Jahr aus Jahrein gleichbleibende Waarenmengen und -arten beanspruchten.Es waren anfangs meist kleine Fabrikanten, die einige 'Web-stühle beschäftigten und an die grossen Kaufherren der Stadtabsetzten, da der complicirte Handelsmechanismus im auswär-tigen Geschäfte, die erschwerte Communication und die geringenGeldmittel es ihnen nicht ermöglichten, den Vertrieb ihrerWaaren selbst zu besorgen. Diese Schwierigkeiten schränktenden Absatz überhaupt ein und machten den Handel zu einemsehr lohnenden. Derselbe erstreckte sich auf die Märkte inden kleineren Städten und auf die Niederlagen in den grösserenStapelplätzen und wurde von den Kaufleuten selbst oder derenAgenten oder auch von den seitens vieler Kaufleute gemein-schaftlich eingerichteten Comptoiren betrieben. Von den Ab-satzmärkten brachten die Kaufleute wieder andere Producte,wie Colonialwaaren, Farbstoffe und Garne für den Bedarf derFabrikation zurück. Der Verkauf der fertigen Waaren wieder Ankauf der Rohstoffe lag also in der Hand der Kaufleuteund diese suchten nunmehr neben dem Handels- auch denFabrikationsgewinn an sich zu nehmen, was bei der Einfach-heit der Technik und der Menge der Arbeiter ihnen nichtschwer fiel; aus den Commissionären wurden hausindustrielleKaufleute.
Die folgende Generation am Anfänge unseres Jahrhundertsverlor ihre alten Stapelartikel, die Nationaltrachten, namentlichin Folge der Zollerhöhungen in Russland und Polen, und dannüberhaupt dadurch, dass der Geschmack in den meisten Län-dern sich immer mehr dem europäischen und besonders demtonangebenden französischen anpasste und bald dem dortigenhäufigen Wechsel der Mode folgte. D So gerieth die Industrie,den Forderungen des steigenden Luxus und des verfeinertenGeschmackes nachgebend von den wenigen einfachen, meistfür die Mittelklasse bestimmten Stoffen aus reiner Seide all-mählich auf ein ganz anderes Gebiet. Durch den Verkehr mitdem Auslande wurde sie mit den vollkommneren Fabrikaten
*) Der Verfall der Industrie der Seiden- und Halbseidenstoffe imWupperthale. Elberfeld. 1867.