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II. 3.
dem Friedensschluss mit allen Kräften den neu errungenenBesitz.
Die einst so glänzende Baumwollenindustrie des Wupper-thals ging ihrem Untergang entgegen. x ) Die einfachen Ge-webe konnten sich schon in den 1830er Jahren nicht mehrhalten, für die feineren, wie Piquö-Westen, Tücher u. s. w. zogsich der Todeskampf noch zwei bis drei Jahrzehnte hin. DerGrund hierfür lag darin, dass die ungedruckten Baumwoll-waaren nur noch ein Beclürfniss für die untersten Volksclassenund daher die grösstmögliche Wohlfeilheit eine Hauptbedingungwar. Diese Industrie verpflanzte sich nach M.-Gladbaeh und dannnach Sachsen und ins bairische Voigtland, wo die Löhne nie-driger und die Arheitsverhältnisse ungeordneter als im Wupper-thale waren. Verstärkt wurden diese Einflüsse durch die fort-währenden Schwankungen der Garnpreise, indem die Käuferbei solchen sich so schnell folgenden Veränderungen nur diegeringeren Sätze geltend machten und die Fabrikanten dabeigewöhnlich den kürzeren zogen. Endlich vertheuerte derSchutzzoll das Garn um 8—10%, ohne eine Rückvergütung zugewähren. Als eine Deputation um eine letztere nachsuchte,empfahl der Minister von Bodelschwingh den Fabrikanten dieAbwälzung des Zolles auf den Arbeitslohn: „Der um einen
Thaler erhöhte Twistzoll uei bei dem bedeutenden Arbeitslohn,welcher die Weberei treffe, leichter an diesem Weberlohn ab-zuziehn.“ * 2 ) Der Minister von Thile erklärte kurzweg: . „DieIndustrie sei ein Krebsschaden des Landes!“
Eine solche Verdrängung der Industrie darf man sich nichtzu gemüthlich vorstellen. Da grosse Umsätze und Gewinnebei diesem rückgehenden Artikel nicht zu realisiren waren, sowar er schon in den 1830er Jahren aus den Händen dergrösseren in die der kleineren Fabrikanten dermassen über-gegangen, dass sich fast kein einziges von den bedeutenderenHäusern mehr mit ihm beschäftigte, wenigstens nicht aus-schliesslich. Kleinere Fabrikanten fanden aber wohl nochihre Rechnung, zumal diese in der Wahl der Mittel,um sich noch einen genügenden Gewinn zu sichern, nichtwählerisch verfuhren. Sie bezahlten die Weber nämlich ent-weder ganz oder theilweise mit Manufacturwaaren und stelltenihnen bei der Auslöhnung die Wahl zwischen baarem Geldeohne neue Arbeit oder Waaren mit neuer Arbeit. Die ener-gischen und tüchtigen Männer bleiben natürlich nicht beisinkenden Industrieen; sie klammern sich an irgend einenandern Artikel, der eben von der Conjunctur begünstigt wird;die indolenten, alten, schwachen, kränklichen Weber sind es,
') Jahresberichte der Handelskammer von Elberfeld und Barmen für1834, 38, 49, 52, 54 und 71.
2 ) Jahresbericht derselben Handelskammer für 1846. S. 3.