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feileren Lebensmitteln und billigeren Löhnen verpflanzt. Mit- *wirkend war der Umstand, dass die einfachen Artikel amwenigsten den Zoll zu tragen vermochten und jenseit desRheines allenthalben Concurrenten vorfanden. Die bergischeRegierung suchte dieser Auswanderung von Capital- undArbeitskräften zu steuern, indem sie die Noth wendigkeit der-selben völlig verkannte. Die Fabrikanten liessen sich aberkeineswegs stören und benutzten ihre Filialen auf dem linkenRheinufer, um einen grossen Schmuggel zu etablmyi. Sie ver-packten nämlich ihre theuren Elberfelder Fabrikate in Roh-materialien , auf welche ein geringerer Zoll gesetzt war undvermieden durch Bestechung der Beamten eine höhere Abgabe.
Da jedoch hiermit immerhin ein gewisses Risico verbundenwar, gründeten immer mehr Firmen selbständige Anstalten aufdem andern Ufer und vertrauten die Leitung derselben ihrenSöhnen oder Assoeiös an. Die bergisehen Geheimräthe schriebenDenkschrift über Denkschrift über die Verführung ihrer In-dustrie; offen verbieten durften sie dieselbe aber nicht, da-durch hätten sie ja Napoleon erzürnt; daher beschlossen sie,das Verbot zu „maskiren“. Um den Schmuggel zu verhüten,welcher Frankreich nachtheilig wäre, erliessen sie am 23. August1803 unter dem Gewände einer kaufmännischen Verordnung ,ein Verbot, dass kein bergischer Fabrikant auf beiden Seiten ;des Rheines zugleich ein Etablissement haben dürfte; ein jederKaufmann sollte den Handel selbst besorgen und für den Zollverantwortlich bleiben. Solche Schwierigkeiten wurden jedochnicht lange bereitet, denn im Jahre 1806 wurde das bergischeLand als Grossherzogthum Murat unterstellt. Aber noch bliebes ausserhalb der französischen Zollgrenzen und Napoleonhütete sich, ein Gebiet zu annectiren, dessen „Huldigung desCommerzes“ in Düsseldorf ihm wider Willen die Worte: l’ex-position a Fair d’un grand pays, entrissen hatte. Da entsandteauf Anregung des Handelsvorstandes in Elberfeld und Barmender „gesammte Ilandlungs- und Manufacturstand“ des bel-gischen Landes im Januar 1811 eine Deputation nach Paris,um den einfachen Anschluss an Frankreich „als einzigstesRettungsmittel aus der precären Lage des Vaterlandes“ zu er-bitten. Es lohnt sich heute zu betonen, dass es der Kauf-manns- und Fabrikantenstand und zwar einer grossen Industrie-stadt war, welcher einen solchen Schritt that. Die Seligkeitdes Schutzzolls dauerte nur von 1811 bis 1813; vom 17. No-vember ab wurde das Verbot der Einfuhr englischer Waarenaufgehoben, und diese überffutlieten nun den Markt. Undnicht allein im Inlande wurden sie gefährlich, auch in denfernen Welttheilen hatten sie sich festgesetzt; denn einzig aufdiese angewiesen, hatten sie während der Contineutalsperredie deutschen Muster nachgeahmt, die Fabrikation durch Er-findungen verbessert und verbilligt, und vertheidigten nach