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II. 3.
preussische Regierung Vorschüsse und Prämien von einemLouisdor pro Fass im ersten und von einem halben Louisdorim zweiten Jahre; auch befreite sie die Knechte und Söhnevon der Militärpflicht. Hier waren die Lebensmittel, Grund-stücke und Materialien billiger, hier hatte man Pott- und Holz-asche, Schwingstöcke und Kohlen bei der Hand und brauchtekeinen Zoll darauf zu zahlen. In der Mark betrug daher derBleichlohn im Jahre 1791 für ein Fass Garn von fünf Centnern33 und für Zwirn 34 Thaler, im Thale dagegen 45, bezw.48 Thaler. Daher wurde im Jahre 1782 wenigstens dem be-nachbarten bergischen Honsdorf das Bleichrecht ertheilt, aberdas eifersüchtige Elberfeld erwirkte bald die Zurücknahmedieser Erlaubniss. Da ging denn in den 1780er Jahren, zurZeit des grössten Aufschwungs des Garnhandels, ein grosserTheil der Bleichen ins Märkische über, und bis zu 1000 Centnerwurden dort für das Bergische gebleicht; ausserdem Hessen alleausserhalb des Garnnahrungsbezirkes wohnenden Concurrentenin der Mark zu billigerem Lohne bleichen. So hinderte dasOronopol das Entstehen von Bleichen im eignen Lande. Alsdann aber die Kriege mit Frankreich kamen und die Zollgrenzean den Rhein verlegt wurde, verlor das Thal sein wichtigstesAbsatzgebiet, denn für Frankreich war es mehr beschäftigt ge-wesen als für Deutschland. Nun verfielen die Bleichen, aufden Wiesen weidete das Vieh. Im Anfänge der 1790er Jahrenahmen die Diebstähle auf den Bleichen sehr zu und 1794wurde den Juden die häusliche Niederlassung im Wupperthaleverboten. Gegen all solches Unheil bot das Monopol keinen_ Schutz.
Dazu kamen noch die durch neidische Eifersucht hervor-gerufenen Zänkereien zwischen Elberfeld und Bannen. LetztererOrt hatte früher nur aus zerstreut liegenden kleinen Nieder-lassungen bestanden und sich daher zum handelsberühmtenElberfeld gehalten; hier waren am St. Margarethentage dieGarnmeister beider Städte gewählt worden, hier hatten Gerichts-schreiber und Svndicus ihren Sitz; noch im Jahre 1720 zähltedieses 3000, jenes 2000 Einwohner. Inzwischen war Barmenbedeutend gewachsen; es konnte im Jahre 1787 Firmen auf-weisen, wie die von Wülfing A Co. mit 1350 Ctr., die vonWortmann und Frohwein mit 1540 Ctr. und die von WortmannSöhne mit 1G68 Centner jährlichen Umschlags. Im Jahre 1775forderte es daher gleiche Theilnahme an der Verwaltung derGarnnahrung. Pis kam zu einem Vergleiche, welcher es abernicht befriedigte; Barmen verlangte den Wechsel des Sitzes derVerwaltung zwischen beiden Städten. Nach der churfürstlichenEntscheidung * 1 ) vom 23. Mai 1791 behielt alter Elberfeld den
l Conv. III. Fünfter Vortrag von Knapp und Kylmann vom 8. April 1791. —
i Acta 16. Vortrag von Bewer vom 8. Mai 1802 und Ark vom 4. Februar 1804.r ) Ebendaselbst. Acta 33.