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und Handel; sie wollten die Technik ihrer Arbeiter selbstbeaufsichtigen.
Schon im Jahre 1742 hatte die Garnnahrung um eineandere Ordnung gebeten, ihr Entwurf war jedoch für un-genügend erklärt worden; endlich brachte der 22. September1764 die ersehnte Freiheit. Die Productions- und Handels-beschränkungen wurden aufgehoben, die Länge und die Masseder Waaren freigegeben, die Reglementirung der Technik undder Benutzung des Wassers beseitigt. Sämmtliche Schrankendes Capitalismus wurden aufgehoben, nur Eines blieb vomPrivilegium: das werthvolle Monopol, wonach im belgischenLande einzig in Elberfeld und Barmen der Garnhandel unddie Bleicherei betrieben, und nur für die ansässigen Mitgliederder Garnnahrung gebleicht werden durfte. Ein jeder Genosseleistete auch ferner den Eid. weder selbst, noch durch dieSeinigen, noch durch Hergeben von Waaren den Garnhandelzu verbringen. Beim jährlichen Umgänge mussten die Garn-meister sich erkundigen, ob die Bleicher unvereidete Leute inDiensten hätten, und diese dann vereidigen lassen; von allemgebleichten Garn, Zwirn und Kartaun musste ihnen derKarne des Eigenthümers und das Gewicht angegeben werden.
Aber dieses Monopol war nur ein rechtliches, thatsächlichlagen die Verhältnisse bereits anders. Zwar batte die Bleichereiauch im X VIII. Jahrhundert einen bedeutenden Aufschwung ge-nommen; im Jahre 1690 wurden 2400, 1774: 4000. 1790: 6000Centner Garn gebleicht; auch war der Flachs — durch dasBaumwollengarn zu.Siamosen verdrängt worden; aber was be-deuteten die 100 Lohnbleicher mit 600 Gehülfen, welche manam 26. März 1767 im Thale zählte, gegen die zahlreichenWeber und Wirker, welche für dasselbe beschäftigt waren.Die Weberei und Wirkerei in ihren mannichfaltigen Zweigenhatte bereits die Herrschaft errungen, die Bevölkerung nahmzu, die Preise der Lebensmittel und die Löhne stiegen, immerdichter rückten die Niederlassungen und Häuser an einander,die Preise der Grundstücke gingen empor, alle Bleichplätzewurden besetzt, — die idyllische Zeit der Rasenbleiche aufflachen Ufern und grünen Wiesen ging ihrem Ende entgegen;die Industrie, für Gegenden mit extensiver Wirtschaft- sehrgeeignet, musste ihren Standort wechseln.
Zwar suchten die Bleicher die hohen Pachtgelder dadurchaufzubringen, dass sie mehr Garn übernahmen, als sie be-wältigen konnten, und ihre Arbeit daher schlecht ausführten.oder dadurch, dass sie die Schnellbleiche und chemische Mittelanwendeten. Aber das vermochte nicht den Aufschwung dermärkischen Bleichen zu hindern, deren Zahl sich von 2 auf 45in den Jahren 1740—82 vermehrte. ! ) Hier gewährte die
R Düss. Staatsarchiv^ Herz.^ Berg. Gewerbe und Handel. Acta 27.