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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
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II. 3.

Appretur und Druckerei. Ferner ist die Wirkerei der Bänderund die Flechterei der Litzen und Kordeln in allerlei Stoffen,unter anderem auch von gummielastischen Fäden von Be-deutung. Endlich wird die Fabrikation der Stoffknöpfe be-trieben.

Diese Industrieen sind so mannigfaltig, dass sie seit jeherauch in der Nachbarschaft ihre Pflege gefunden haben. Soliegt eine Wegstunde weit im Märkischen Schwelm mit einerBarmen ähnlichen Industrie, im Süden oben auf den Bergen ingleicher Entfernung Honsdorf mit bedeutender Band-, und imNordosten in den Bergen Langenberg mit noch grösserer Seiden-industrie, namentlich für Regen- und Sonnenschirmstoffe. DieWupper hinab liegt in romantischer Gegend die Burg mit eineruralten und selbständigen, obwohl unbedeutenden Fabrikationvon Decken. Auf der Eisenbahnlinie nach Deutz hin liegen anallen Stationen, in Haan, Ohligs, Leichlingen, Opladen, Schle-busch die Fabriken von Wuppertlniler Handelsherren, bis vorden Thoren Kölns sich die letzte grosse und selbständigebergische Industriestadt, das durch seine Seiden- und Sammet-fabrikation berühmte Mülheim mit 17350 Einwohnern erhebt.

I. Die Verarbeitung' von Garn.

Es war ein stilles, trautes Thal, wo vor vier Jahrhundertendie Ansiedelungen Elberfeld, Unter-Barmen, Gemarke, Ober-Barmen und Rittershausen die Wupper hinauf lagen. Zwischenflachen Ufern und grünen Wiesen rauschte der klare Bachmit seinem harten, kalkgeschwängerten Wasser dahin und hotAlles, was zum Bleichen einladen konnte. Schon im Jahre 1400soll die Gräfin von Waldeck diesen Ort dazu benutzt haben;die Anlage der ersten förmlichen Bleiche wird dem KaufmannGödert Wichelhaus in Barmen zugeschrieben. Seinem Vor-gänge folgten andere Kaufleute, sie erhandelten das rohe Garnaus der Fremde, Hessen es auf eignen oder auf fremden Plätzenbleichen und auch zwirnen, und verkauften dann das so ver-edelte Garn mit gutem -Gewinne. Dadurch hohen sich Be-völkerung und Wohlstand, und im Jahre 1527 vermochte dieKaufmannschaft dem Herzog schon 861 Goldgulden vorzu-schiessen, wofür sie bis zur Rückzahlung dieser Summe einwerthvolles Privilegium erhielt. x )

Den Orten Elberfeld und Barmen wurde das Monopol aufdie Garnnahrung, nämlich auf das Bleichen und Zwirnen von

1 ) Königl. Staatsarchiv zu Düsseldorf. Manuscripte des Jülich-Der-gisclien Vicekanzlers von Knapp, S. 194 ff., eine Sammlung aller die Garn-nahrung betreffenden Actenstüeke enthaltend.