Durch das belgische Land krümmt sich der Wupper-„Strom“. ^An seinen Ufern zieht sich wie ein breites Banddurch das Gebiet der Stahl- und Eisemvaaren eine ganz be-deutende und ausserordentlich vielseitige Textilindustrie hin.Gleich an den Quellen wird das Wasser abgefangen durchBaumwoll- und Wollspinnereien bei Wipperfürth. Es folgenbei Hückeswagen und bei Lennep die Wollspinnereien, derenGarne in den Webereien und Appreturanstalten in den Städtenund auf den Bergen verarbeitet werden.
An dem nördlichsten Punkte, wo die Wupper ihren Laufscharf von Kordwesten nach Südwesten ändert, liegen dieSchwesterstädte Barmen und Elberfeld zusammen mit etwa175000 Einwohnern. Das ältere Elberfeld liegt flussabwärtsin einem Kessel, der sich beim Austritte des Baches so ver-engt, dass keine Fabrikanlage mehr im Thale Platz findet,während nach Barmen zu die Landstrasse in Felsen gesprengtwerden musste. Zunächst beginnt Unter-Barmen, dorfähnlich inzwei Strassenreihen neben einander, dann verbreitert sich dasThal und aufwärts bei Dittershausen gehen die steilen Berge,welche die zusammenhängenden Ansiedelungen Elberfeld undBarmen umsäumen, in mildere Hügel über. Elberfeld ist schonim Innern beengt und wirft seine Industrie auf das Land undseine Arbeiter auf die Berge hinaus; Barmen hat noch mehrRaum und vermag sich das Thal hinauf auszudehnen, aber auchhier beginnen die Berge sich mit Häusern zu bedecken. Mankann gut zwei Stunden durch zusammenhängende Häuserreihen„im Thale“ gehen.
Die Industrie ist kaum übersehbar und selbst in der Textil-industrie hält es schwer, sich zurecht zu finden. Der leitendeFaden in diesem Labyrinth ist das Garn; dieses bildete denAusgangspunkt des Wupperthaler Geiverbfieisses: seiner Blei-cherei und Zwirnerei, Färberei und Appretur. Daran schlosssich die Weberei, früher von Leinen und Baumwolle, gegen-wärtig von Seide, Wolle und gemischten Stoffen, deren Färberei,
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