müse mit Speck; fast jeder mästete ein Schwein; Abendswurden die Reste des Mittagsmahls oder ein derber Brei ver-speist. Bei hohen Kirchen- und Familienfesten gab es Fleisch-brühe, Hülsenfrüchte, auch dicken Reis mit Pflaumen.
Gegenwärtig herrscht unter den Arbeitern die allgemeinebürgerliche Tracht; der rheinische leinene Kittel ist fast durch-weg durch einen schwarzen oder dunklen Tuchrock ersetzt.Wollene Unterjacken sind sehr verbreitet; im Winter, bei kalterWitterung, verwahrt der Remscheider gern seinen Hals durcheinen warmen Shawl. Die Mahlzeiten richten sich nach derArbeit. Dieselbe beginnt mit nüchternem Magen um 6 Uhr;um 8 Uhr werden Kaffe mit Butterbrot genossen und zwarwird das bergisehe Schwarzbrot mit viel Butter beschmiert;um V 2 IA Uhr kommt das Frühstück, aus einem Butterbrotmit Fleisch oder Käse bestehend, oder das Grobbrot dochmindestens mit einem Feinbrot belegt; bei armen Leuten fällt-dieses Frühstück aus. Sie arbeiten dann bis Mittag, wo von12—IV 2 Uhr eine Pause eintritt und das Mahl eingenommenwird: Kartoffeln oder Gemüse wie Kohl, Erbsen, Bohnen u. s. w.und wohl drei Mal in der Woche Fleisch. Um 4 Uhr wirdKaffe getrunken, um 8 Uhr nach eingestellter Arbeit Kartoffelnuml Brot gegessen. Die Nahrung ist um so kräftiger, je grösserdie Kraftanstrengung ist, welche die Arbeit erfordert; so essendie Zuhauer und Meisseiarbeiter mehr Fleisch als die Feilen-hauer.
Die Lebensweise der wohlhabenderen Handwerksmeister,der Besitzer von Hammerwerken und Wasserkotten ist natürlicheine bessere, sie gemessen häufiger in der Woche Fleisch.Daran nehmen dann auch ihre Gesellen und Lehrlinge theil,die in ihrem Hause wohnen und an ihrem Tische speisen. Mitder Ausdehnung der Werkstätten wächst aber die Zahl derGehülfen, sie finden keinen Raum mehr in dem Hause desMeisters, auch will die Frau Meisterin die viele Plackerei nichthaben; daher sind allmählich die Zuhauer, Tagelöhner undverheiratheten Gesellen ausgezogen und nur die ledigen Ge-sellen und Lehrlinge beim Meister geblieben. —
Die Gesellen und Lehrlinge theilen überhaupt alle Schick-sale ihrer Meister. Mit ihnen feiern sie in schlechten Zeiten,bei günstigen Conjuncturen schaffen sie bis tief in die Nacht,namentlich Samstags dauert die Arbeit durch die Nacht oft24 Stunden. Ein Schutz der Lehrlinge dagegen und ein Con-trolle hierüber wird für unmöglich erklärt. Das einzige, wasFabrikanten für ausführbar halten, ist ein hiergegen gerich-tetes Verbot in den Lehrvertrag aufzunehmen, — offenbar einunzureichendes Mittel. Ein anderer Missbrauch wird mit denLehrlingen getrieben, indem sie gleich vom vierzehnten Jahrean zum schweren Zuschlägen und Abhauen verwendet werden;gegen diese Ausbeutung der schwachen Kraft giebt es bei