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gar nicht zugenommen hat. Erst später, wenn die gesammteIndustrie schon mehr auf Export angewiesen und die aus-ländische Concurrenz überwunden ist, wird sie freihändlerisch.Aber selbst innerhalb schutzzöllnerischer Fabrikindustrieen giebtes Gruppen von Interessenten, welche freihändlerisch sind, oftgerade die grössten Firmen, weil sie die sicheren Exportwegebeherrschen und im Inlande keinerlei Concurrenz zu befürchtenhaben, weil sie daselbst so gut wie nichts absetzen; voraus-,gesetzt immer, dass sie nicht in anderen Industrieen mit colli-direnden Interessen betheitigt sind. Bei der handwerksmässigenIndustrie stehen die Commissionäre an der Spitze, also reineKaufleute, welche naturgemäss auf den Freihandel angewiesensind. Aber auch die hausindustriellen Kaufleute haben keinerleiAnlagen zu schützen und leiden nicht unter so beträchtlichenZinsverlusten. Es ist characteristisch, dass die FabrikstädteAachen, Gladbach und Elberfeld und ihre Handelskammernim Wesentlichen schutzzöllnerisch, die Städte Crefeld, Solingenund Remscheid mit ihrem hausindustriellen und handwerks-mässigen Betriebe freihändlerisch sind; Barmen ist im Ueber-gange begriffen und seine Handelskammer schielt bereits nachdem Schutzzoll.
Ein weiteres Streiflicht auf den Unterschied zwischenFabrik- und Hausindustrie und ihr Verhalten gegenüber demWechsel der Conjunctur fällt aus der Betrachtung, dass ersterehauptsächlich Stapelartikel producirt, während der zweiten dieModewaaren verbleiben. Die Stapelartikel entsprechen einemdauernden Begehr und gestatten daher fortlaufenden Fabrik-betrieb ; wo dieselben noch der Hausindustrie verbleiben, istes ein Zeichen gewerblicher Zurückgebliebenheit oder beson-derer Schwierigkeiten in der Technik. Die Modewaaren unter-liegen einer ungemein wechselnden Nachfrage, und zur raschenAusnutzung derselben eignet sich die Hausindustrie, da ihrecapitalistischen Leiter keinerlei Rücksichten auf feste Anlagenkennen und mit ihrem Betriebscapital ziemlich ungebundensind. Daher bei der fabrikmässigen Herstellung der Stapel-artikel fortlaufende Herstellung der verkäuflich bleibendenWaaren, aber zu den gedrücktesten Preisen, Gewinnen undLöhnen, dagegen hei der hausindustriellen Modewaaren-Fabri-kation verhältnissmässig hohe Löhne bei günstiger Conjunctur,da seihst die höchsten Löhne sich auf moderne Artikel abwälzenlassen, heim Rückgänge aber grosse Arbeitslosigkeit. In denStapelartikeln herrschen die schutzzöllnerischen Bestrebungenvor, bei den Modewaaren eine Gleichgültigkeit dagegen, weilkein Schutzzoll einem Artikel die verlorene Mode wieder zu-zuwenden im Stande ist.
Die Verschiebung der Arbeitskräfte ist beim Fabrikbe-triebe eine ausserordentliche. Es sind gewöhnlich die armenund die jungen Leute, die ihrer Heimath entrissen und der
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