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gar eine Gemeindeverordnung darüber, nicht langer als vonsechs Uhr Morgens bis acht Uhr Abends zu arbeiten. Darankehren sich aber manche nicht, und um die unten liegendenzu chicaniren, schleifen sie bis in die Nacht, so dass jeneentweder mitarbeiten oder das Wasser durchlaufen lassenmüssen. Die einzelnen kleinen Besitzer haben in der Regelnicht die Mittel, Meliorationen durchzuführen und 80—100Thaler sind für sie schon unerschwingliche Anlagen. Früherhatte man die Absicht, von Gemeinde w'egen ein Bassin zuerbauen; der Plan scheiterte aber an einigen Halsstarrigen.Uebrigens wäre es für Remscheid schwer, ein einheitlichesReservoir festzustellen, wie Verviers es so grossartig in derGileppe besitzt, denn die Thäler sind von zahllosen verschie-denen kleinen Bachen durchrieselt.
Nicht besser sind die Schmieden eingerichtet. Franzö-sische Heerde sind sehr selten , nur einen einzigen, der vondrei Seiten offen liegt, habe ich gefunden. Die alten Heerde,von drei Seiten ummauert, herrschen vor. Das ist ebensounpraktisch, wie in den deutschen Mühlen wo jeder Gang seineignes Rad hat, während in Amerika eine Centralwelle mehrereRäder treibt.
Einen grossen Vortheil hat der handwerksmässige Betriebin der Ueberwaclning der Werkstätte durch das Eigeninteressedes mitarbeitenden Meisters und dessen Kräfteanspannung.Dem stehen als Vorzüge der Grossindustrie gegenüber: Gleich-artigkeit der Fabrikate, sachgemässe Arbeitstheilung, Hinaus-kommen aus blos angelernter Fertigkeit und finanzieller Be-engung zu stetiger Benutzfing theoretischer und technischerVortheile, über den Augenblick hinausgehende weittragendePläne und anhaltendes selbst Verluste tragendes Verfolgenderselben, Ankauf grösserer Mengen von Material zn billigerenPreisen wie auch zum Zwecke lang anhaltender Gleichartigkeitder Bearbeitung und der Qualität des Products, längeres Aus-halten im Kampfe um ein Absatzgebiet, weil in der grösserenCapitalanlage ausser vermehrter Kraft auch ein vermehrterZwang liegt, nicht ruhig und miissig abzuwarten. Daher ist esdenn auch gekommen, dass in Remscheid allmählich die Gegen-stände der Massenproduction, welche grössere Capitalanlagenlohnen, zum Grossbetriebe übergehen, während die kleinenGegenstände der Kleinindustrie verbleiben.
Es war in den 1830er Jahren, als es einem in Russlandreisenden Kaufmann, dem Chef der ersten und grössten Fabrik-anlage, Mannesmann, auffiel, dass dort den englischen Feilengegenüber den bergischen der Vorzug gegeben wurde. Erfand bald den Grund in der gleichmässigen Güte derselbenund legte nach seiner Rückkehr in Remscheid die erste Feilen-manufactur an, indem er in seinen Werkstätten immer mehrFeilenschmiede und -Hauer, Schleifer und Härter vereinigte. In