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II. 3.
Folge des zunehmenden Maschinenwesens, welches ja in ersterLinie die Feilen verbraucht, hob sich die Feilenfabrikationausserordentlich und nahm einen anhaltenden Aufschwung.Nun folgten auch andere Fabrikanten, jedoch blieben die Unter-nehmungen nur Manufaeturen mit Handarbeit. Erst die grossenLohnsteigerungen und der Strike von 1873 führten zur An-wendung von Fall- und Federhämmern beim Ausschmiedenund der Dodges-Maschine beim Hauen der Feilen; die letzterehat sich nur für die groben und einfachen Sorten bewährt.Die Fabrik von Mannesmann hat die Bahn gebrochen; sie istfür Remscheid das, was Henckels für Solingen ist, — derPionier einer neuen Betriebsform und der maschinellen Tech-nik. Die jüngere Generation ist daselbst z. Th. kaufmännisch,z. Th. technisch (auf der Berliner Gewerbeakademie) vorgebildet;sie ist also gut vorbereitet, das grosse Werk fortzuführen.Um gleichartiges Material zu haben, wird hier der Stahl selbstgegossen, ja sogar die Coquillen selbst geformt. Das Productist von der besten Qualität und erzielt wie das von Henckelshöhere Preise als das der Concurrenten. Die andern vorhan-denen Manufaeturen bleiben hinter der Fabrik von Mannesmannzurück, streben aber tüchtig voran.
Das andere Hauptfabrikat Remscheids, die Säge, ist vonAnfang an auf Breithämmern (Hammerwerken) hergestellt wor-den ; auch das Auszahnen findet nunmehr mit der Maschine statt.In den anderen Branchen ist der mechanische Betrieb ver-einzelt eingedrungen. So habe ich eine Schlittschuhfabrik ge-funden. weiche in der Glanzzeit 110, gegenwärtig in P’olge deswarmen Winters nur 55 Arbeiter 'beschäftigte; zwei Dampf-maschinen zu je sechs Pferdekräften trieben Präge- und Loch-maschinen, Blechscheeren, Drehbänke und Schleifsteine; eineGiesserei und eine Tischlerei waren damit verbunden. Aehnlichenthält eine Fabrik für Kluppen aller Art, wie Schraubstöcke,Gasrohrmesser, Multern u. s. w. mit 20—30 Arbeitern undeiner Dampfmaschine von sechs Pferdekräften mehrere Dreh-bänke, Lochmaschinen, Hobeln u. s. w. In anderen Orten desRemsclieider Industriebezirks sind die Holzschrauben, Blech-charniere, Thür- und Fensterbeschläge, namentlich an derEnneperstrasse, zum Fabrikbetriebe übergegangen. Die Schloss-fabrikation hat sich in Velbert erhalten, soweit sie auf feinerHandai’beit beruht; die gröberen Artikel werden an anderen Ortengewalzt und geprägt, die Schlüssel gegossen. Immerhin werdendoch nicht mehr als 20—30 Anlagen im Remsclieider Indus-triebezirk als Manufaeturen oder Fabriken zu bezeichnen sein; x )die meisten haben sich aus Werkstätten der Handwerksmeisterhervorgebildet; andere sind von Kaufleutengegründet worden;
J ) Die Gewerbezählung vom 1. December 1875 gibt folgende Arbeits-maschinen an: