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II. 3.
immer mehr aus den Kreisen ihrer Speculationen. Ihnen galtes gleich, ob sie Remscheid oder einem anderen Orte die Be-stellung besorgten, wenn sie selbst nur ein paar Procentemehr dabei verdienten; sie kauften dort. wo sie die Waaream billigsten fanden, und verkauften sie da, wo sie am theu-ersten bezahlt wurde; das geschieht fast immer ohne weitereRücksicht auf die Qualität der Waare; es fehlt auch hier jenestrenge Kaufmannsehre, die nur gute Waare zu entsprechen-den Preisen verhandelt.
Die Widerstandsfähigkeit der Kleinmeister gegen diesedoppelte innere wie internationale Concurrenz ist eine ganzgeringe. Kommen Bestellungen an, so lässt der Kaufmanneinen Meister nach dem andern rufen und horcht zu, wersich zum billigsten Preise erbietet; diesen benutzt er alsMittel, um seine Genossen noch weiter zu drücken; nament-lich gilt das für die schlechten Zeiten. wo wohlfeile Waaregeliefert werden muss. Natürlich hält der Fabrikant sich ander Qualität schadlos und macht die Waare aus Eisen statt ausStahl; in den 1850er Jahren z. B., als das Feilengeschäft nachNordamerika sehr Hott ging, da machte man vielfach Feilenaus Eisen; der Kaufmann sah sie gar nicht einmal durch undfort gingen sie in die Fremde. Die Unehrlichkeit und Dumm-heit der Meister ist manchmal eine schreckliche; sogar ihreigenes Zeichen schlagen sie auf eiserne Waaren. So ver-kaufte beispielsweise ein Exporteur jahrelang eine gewisseSorte Stahlwaaren nach Sevilla. Eines Tages schrieb ihm seinCorrespondent: es sei doch unrecht, ihn so lange übervortheiltzu haben, da sein Nachbar die Waare mit dem gleichen Zeichenum 30% billiger einkaufe. Der Meister wurde gerufen undkleinlaut gestand er, dass er auch für ein anderes Haus liefere,die Waaren aber statt aus Stahl aus Eisen herstelle und aufWunsch sein Zeichen darauf schlage. So ruinirte er seineneigenen Ruf. Gewöhnlich besitzen die Exporteure in Folgeihres ausgedehnten Geschäftsbetriebes auch nicht specielleKenntnisse genug, um die Güte der gelieferten Waaren zubeurtheilen.
Man muss es nur offen gestehen; die industrielle und diekaufmännische Ehrlichkeit ist nur im Keime vorhanden!Einige grosse Häuser halten im Allgemeinen wohl auf Ehreund Anstand, ein grosser Theil der Fabrikanten und Kaufleuteaber sind Männer von zweifelhafter Geschäftsmoral! IhreHauptwaffe in der Concurrenz ist das Drücken der Preise;auf die Qualität der Waare wird wenig geachtet! Zwar kannman auch gute Waare haben, vorzügliche, weil die Meistersehr tüchtige Arbeiter sind; aber dann muss man ihnen auchhöhere Preise, d. h. höheres Verdienst zubilligen; für Nichtsleistet der Arbeitsmann auch Nichts!