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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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und die Stellung des Unternehmers völlig geändert. DerSchmied gibt hier dem Stahl die Form und glüht ihn aus,die Schleifer, Feilenhauer und Härter sind seine Lohnarbeiter;dadurch ist der erstere vielfach in die Stellung eines hausin-dustriellen Kaufmanns gerathen und hat sich der rohen Hand-arbeit entledigt. Gerade die Feilen- und auch die Sägenfa-brikanten suchen dann sich nicht nur kaufmännisch, sondernauch industriell auszudehnen; sie kaufen sich Schmieden undKotten, welche sie theils an selbständige Meister vermiethenunter der Bedingung, in erster Reihe für sie zu arbeiten, odersie stellen dieselben auch als einfache Stücklohnarbeiter an.Solcher handeltreibender Meister oder Fabrikkaufleute (mar-chand-fabricant) von grösserem oder geringerem Umfange gibtes schon sehr viele; in der Gemeinde Remscheid soll ihre Zahl255 betragen und in den übrigen Gemeinden des Industriebe-zirks 101.

Die früher unüberschreitbare Kluft zwischen exportirendemCommissionär und fabricirendem Meister hat sich immer mehrausgefüllt; eine ununterbrochene Stufenleiter führt von untenzu den kaufmännischen Höhen empor; die Mittelglieder fehlennicht. Die Folge davon ist ein Ueberfluss an vermittelndenPersonen. Da haben wir die 2030 Exporteure in Remscheid,1015 in Iserlohn, einige in Solingen, in Elberfeld undBarmen, in Hagen, welche sämmtlich das Commissionsgeschäftin Reinscheider Artikeln betreiben; ferner die 350 und mehrFabrikkaufleute in Remscheid und Umgegend. Das Missver-hiiltniss zwischen Händlern und Fabrikanten liegt klar,eine furchtbare Concurrenz entspinnt sich um den Gewinn,den ein jeder noch für sich in Sicherheit bringen will. ImAllgemeinen sind dabei die Grosshändler von den deutschenMärkten verdrängt, den die Fabrikkaufleute behaupten.

Die fessellose innere Concurrenz der Commissionäre undder handeltreibenden Meister unter einander übt einen Druckauf die Waarenpreise und deren Qualität, wie er eingehendhei Solingen geschildert worden ist. Dazu vermitteln nochdie Commissionäre den vollen und directen Druck der inter-nationalen Concurrenz auf die Remscheider Industrie. AlsExporteure stehen sie im steten Kampfe gegen das Angebotder gesummten Welt. Dieses suchen sie zu unterbieten undkaufen dort ein, wo sie die Waare um ein Weniges billigererhalten. Auf das Einhalten einer gewissen Qualität kommtes ihnen hierbei gar nicht an; denn wenn etwa der Ruf dereinen Marke. des eiuen Bezugsortes verdorben ist, so lindensie in Frankreich, England oder anderweit sehr bald Ersatz undeine bessere Waare. In dem Masse als die Remscheider Ex-porteure immer mehr fremde Artikel aufnahmen und ihre Be-zugs- und Absatzmärkte erweiterten, einen desto geringerenBruchtheil lieferte ihnen der Heimathsort, und Remscheid trat