II. 8.
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Spielraum für ihre Thätigkeit in der Haus- und in der Fabrik-industrie, da in Deutschland an der Spitze dieser beiden Be-triebsformen gleichfalls Kaufleute stehen, welche ihre eignenFabrikate verhandeln. In Deutschland finden sich die Com-missioniire gewöhnlich als Correlat nur bei derjenigen Betriebs-weise der Industrie, wo die Industriellen selbst keinen Handeltreiben können, — bei der handwerksmässigen. Ueberall woselbständige Handwerksmeister, kleine Fabrikanten vorhandensind, da stellen sich die Commissionäre für die Handelsver-mittlung ein; umgekehrt dürfen wir auf einen handwerks-mässigen Betrieb dort schliessen, wo wir ihre Agenten finden;ihre Lieferanten sind die Kleinschmiede im bergiseh-märkischenLande, die kleinen Spielwaarenfabrikanten in Nürnberg undauf dem Thüringer Walde, die Achatschleifer bei Oberstein ander Nahe und viele andere mehr.
Einzig mit Hülfe der Commissionäre haben die handwerks-mässig betriebenen Industrieen sich in die Gegenwart hinüber-gerettet. Im Mittelalter übernahm die Zunft die Regelungvon Absatz und Handel; in der neueren Zeit entsprach dieserschwerfällige Mechanismus nicht mehr den wechselnden An-forderungen des Begehrs, überall wurden Kaufleute die Leiterder Industrie. In den Industrieen mit grösserer Arbeitstheilungtrat der hausindustrieeile Kaufmann in der Art an die Spitze,dass er die Rohstoffe ankaufte und von den Theilarbeiternnach seinen Angaben verarbeiten liess, — es entwickelte sichder hausindustrielle Betrieb. In den Industrieen ohne odermit nur geringer Arbeitstheilung blieb es aber beim handwerks-mässigen Betriebe durch selbständige Kleinmeister, aber denAbsatz übernahm der reine Kaufmann, der im Commissions-geschäft die fertigen Waaren ein- und verkauft. Jedoch warenauch hier die Beziehungen zur Industrie früher grösser alsgegenwärtig. Im Besitze der Hammerwerke hatten die Rem-scheider Kaufleute die Bestimmung der Rohstoffpreise mehroder weniger in ihrer Hand, sie brachten neue Muster vonihren Reisen mit, die sie von den Meistern ausführen Hessen,und hatten die ganze Verpackung der ihnen oft schmutzigzugetragenen Waaren zu leiten. In den letzten Jahrzehntenist der Besitz der Hammerwerke bedeutungslos geworden unddie Meister beziehen anderweit ihren Gussstahl. Auch dasMitbringen von Mustern, jenes Einflössen neuer Ideen für Ge-schmack und Form der Producte, jenes Nahebringen der Viel-gestaltigkeit und des Formenreichthums des Auslandes, womitder Kaufmann als schaffende Kraft, als treibendes Element inder Industrie wirksam war, — es ist diese wirthschaftlicheMission der Formgebung zurückgetreten gegen die der Ver-besserung des technischen Fabrikationsproeesses. Immerhinist jene alte Function des Kaufmanns noch heute von Wichtig-keit, auch lässt er wie früher die oftmals schmutzig aus dem