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II. 3.
bührt der Ruhm, neuerdings als erste sogar in Sidney inAustralien eine Filiale errichtet zu haben. Di e meisten Häu serhaben sich .auf ein oder ein paar Länder speciälisirt; da - gibtes Spanier, Mexicaner, Inder, Russen u. s! w. Es ist einscharf ausgeprägter Kaufmannsgeist unter diesen Männern,energisch, betriebsam; überall laufen sie hin, überall dringensie durch. Finden sie ihre Käufer nicht in der Hauptstadt,so fahren sie in die Provinzialstadt; eröffnet sich dort keinAbsatz, so gehen sie in die Landstadt und direct an die Kunden.Kein Land ist ihnen zu weit, keine Mühe lässt sie ermatten!Thatkräftig streben sie voran; sie sind es, die in viele Länderdeutsche Waaren und deutsche Namen getragen haben, so dassman dort ausser Hamburg nur Remscheid als Metropole deutschenHandels kennt. Mit Stolz, — so schreibt ihr ruhmreichsterVertreter, Carl Friederichs, von diesen bergischen Kaufleuten,— mit Stolz bestreiten sie den Fremden die gleiche persön-liche Rührigkeit und Biegsamkeit, um sich alle eigenartigenfremden Verhältnisse dienstbar zu machen, um sprachlicheSchwierigkeiten zu überwinden, um vor keiner Entfernung zu-rück zu beben und vor keiner klimatischen Gefahr.
Ueber immer weitere Länder, aber auch über immer mehrWaaren dehnten die Kaufleute ihre Operationen aus; einenArtikel nach dem andern zogen sie in ihren Handel hinein,Glas-, Holz-, Metall- und Kurzwaaren, ja sogar Bänder. Litzenund Kordeln, also Waaren aller Art, ausgenommen die eigent-lichen Gewebe. Und diese Waaren beziehen sie nicht nur ausRemscheid und den benachbarten Industriebezirken, sie habenvielmehr in ganz Deutschland, in Frankreich, England, Nord-amerika ihre Lieferanten. Zahllos sind die Musterbücher undPreiscourante, die in ihren Comptoiren zusammenlaufen, zahllosdie Industrieorte, aus denen sie stammen. In Remscheidwerden dann die Musterbücher und Preiscourante zusammen -gestellt; mit diesen gehen die Reisenden der Firma hinaus indie Fremde, sammeln Bestellungen darauf ein, senden dieselbenwöchentlich an das Comptoir in der Heimath und von hier auskauft die Firma die Waaren dort, wo sie am billigsten sind.
Die Remscheider Kaufleute des heutigen Tages sind Com-missionäre und betreiben grosse Exportgeschäfte. Als solchereine Kaufleute unterscheiden sie sich durchaus von hausin-dustriellen Kaufleuten und Fabrikanten. Diese beiden letzterensind Industrielle, sie haben die Leitung der Technik in Händen,sie lassen aus eignen Rohstoffen nach eignen Angaben arbeiten,sie treiben zwar auch Handel, aber nur mit ihren eignen Fabri-katen. Die Remscheider Kaufleute hingegen sind in der Haupt-sache keine Industrielle, haben mit der Fabrikation im Wesent-lichen nichts zu tliun, sie kaufen fix und fertig die Waaren, diesie ihren Bestellern zusenden. Sie sind also reine Kaufleute, diedas Commissionsgeschäft betreiben. Als solche haben sie wenig