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Schwertklingen die Hauptsache; es dauert nur wenige Stundendes Tages, während der übrigen Zeit beschäftigen sich dieArbeiter mit Foliren; bei den Schwertschleifern tritt einWechsel der Beschäftigung nicht ein. Das Pliesten und Po-liren ist weniger gefährlich, wohl aber ist es im höchstenGrade das sogen. Bürsten. Einige feinere Stahlwaaren werdennämlich auf Scheiben abgezogen, deren Peripherie mit starkenBorsten besetzt ist, welche zuvor mit pulverisirtem WienerKalk bestreut sind; mit dem feinen Kalkstaub vermischen sichdann die Spitzen der Borsten, welche ausserordentlich reizendwirken. Das Troekenschleifen und das Bürsten machen etwa 5bis 10 0/ o des Betriebes aus, viele Arbeiter beschäftigen sichgar nicht damit und in Bemscheid, wo die Schleiferei über-haupt von geringer Bedeutung ist, kommt es gar nicht vor.Trotzdem nehmen zahllose Schleifer an den Folgen dieser un-gesunden Beschäftigung tlieil, indem die verschiedenen Artendes Schiebens nicht nach Säälen getrennt sind, sondern imgleichen Baum der eine Miether trocken, der andere nassschleift, der dritte polirt, der vierte bürstet, weil ein jederauf seinem Platze alle Verrichtungen nacheinander vornimmt.
Die Schädlichkeit der Staubentwickelung wird noch er-höht durch die Art des Schiebens im bergisch-nnirkischenLande. Während in England der Arbeiter über dem Schleif-stein sitzt und den Staub mit dem herabgehenden Steine nachunten ziehen lässt, steht hier der Schleifer vor dem Steine,lehnt sich mit dem Bücken gegen ein Brett und stemmt denan die Kniee angeschnallten Klotz, an welchem die Klinge mitder Schneide nach oben befestigt ist, gegen das hinaufgehendeBad. Der ganze Staub treibt ihm ins Gesicht, seine Haltungist gebückt, der Unterleib eingeklemmt, die Brust eingepresst,die Schulterblätter treten hervor, die Arm- und Bückenmus-keln werden bedeutend angestrengt. Und Leute solchenSchlages, etwa 2400 und noch mehr an der Zahl im Solingerund Bemscheider Industriebezirk, waren es, die bis vor Kurzemeng zusammenhielten und nur unter einander heiratheten; durchdiese Jahrhunderte lange Inzucht hat sich schliesslich eine spezi-fische Schleiferrace gebildet, deren Gewerbe der Fabrikinspec-tor Dr. Wolff folgendermassen charakterisirt: „Die Knaben,welche in engem niedrigem Baum zusammengepfercht, undselbst ein Stück eingespannter Accordmaschine, den das Schleif-stück haltenden Schleifklotz gegen den Schleifstein pressen, —die Männer, welche mit magerem welkem Körper, verengterBrust, convexem Kücken, immerwährendem Hüsteln und Athem-holen einhergehen, — die zahlreichen Schnapshäuser, die manin solchen Gegenden findet, dieses Trio gibt zusammen einBild der Wirklichkeit, wie es drastischer eine wilde Phantasienicht combiniren kann.“
Die Schleifer sind ein kränkliches Geschlecht. Von den