94
II. 3.
oben erwähnten 895 waren 40% kränkelnd und zwar litten24. 4 °/ 0 an Husten, 8. ä an Rheumatismus, 3.4% an Asthma,Engbrüstigkeit u. s. w. Ja es waren 60% schon früher krankgewesen, und zwar 39% nur einmal, aber 21% wiederholent-lich, und zwar 15% an Husten, 12% an Lungenkrankheiten,20% an zymotischen Krankheiten. Die Leiden der Schleifernehmen ihren Ausgang in der Lungenschwindsucht. Von je100 Todesfällen der über 20 Jahr alten, im Jahre 1875 ver-storbenen Männer waren durch diese Krankheit verursacht: beiden Schleifern 77, den Eisenarbeitern 59, der übrigenmännlichen Bevölkerung des Solinger Industriebezirks 46, desRegierungsbezirks Düsseldorf 40, der preussischen Monarchie25. Die Schleifer sterben also drei Mal häutiger als alle an-deren Staatsbürger an der Lungenschwindsucht!
Ueberhaupt ist die Sterblichkeit der Schleifer eine un-gleich stärkere als die der übrigen Bevölkerung: der LandrathMelbeck hat hierüber für vier Bürgermeistereien eine höchstinteressante Statistik für die Jahre 1856—73 anfertigen lassen.
.
Solingen
j Grafrath.
Wald. 1 Merscheid.
Zahl der männl. Einw.
106287
4879b
61741
7ut)36
„ Schleifer.
2672
1625
2528
3691
Es
starben m. Einw. über 2ü J.
1412
1 606
659 1
789
„ Schleifer „ „ ,, J
75
46
48 |
92
Es starben Procente d. m. Einw. II
1.22
1.23
1.06 ;
1.07
„ „ „ Schleifer ]|
2.25
2.78
2.03
2.57
Von diesen Schleifern starben
im Alter
von 20—
39 Jahr
in
Solingen 74%,, in Wald
73, in
Grafrath
63 und
in Mer-
scheid 46%. Die Volksstimme lässt also nicht mit Unrechtden Schleifer selten das 40., fast nie das 45. Lebensjahr er-reichen. Viele wenden sich auf Gebot des Arztes in ihrendreissiger Jahren einem anderen Gewerbe zu, meist schon zuspät: sie tragen bereits den Keim der Schwindsucht in sich.Genaueres gibt Dr. Oldendorff an. In den Gemeinden Solingen,Dorp, Grafrath, Höhscheid, Merscheid, Wald, Remscheid undKronenberg standen von den über 20 Jahr alten Verstorbenenim Alter: Procente
_
20—40Jahr.
40—60
■Jahr.
über 60Jahr.
der Schleifer . . . . J
27.6
31.0
41.4
der Eisenarbeiter . . . 1
36.7
38.3
25.0
der übrigen männlichenBevölkerung . . . . j
085 .
35.3
6.2
Und zwar scheinen die Sterblichkeitsverhältnisse im Laufedes letzten halben Jahrhunderts ungünstigere geworden zusein, vielleicht in Folge der Dampfschleiferei, denn von denüber 20 Jahr alten Verstorbenen in den Jahren 1820—49