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II. 8.
einen kurzen, wilden Aufschrei ihrer Noth einen formlosen,unverstandenen Ausdruck zu .neben.
Bei Beurtheilung der Solinger Arbeiterverhältnisse müssenverschiedene Gruppen unterschieden werden. Vor allem sindsämmtliche Schwertarbeiter auszuscheiden, denn, wie im erstenCapitel ausgeführt worden, befinden sie sieb in Folge des Rück-ganges ihrer Industrie in der denkbar elendsten Lage. Fichtminder sind sämmtliche Schmiede in ihrer Kraft gebrochen,und zwar durch Anwendung der maschinellen Vorrichtungen.Ihre Anzahl hat sich ganz erheblich verringert; Höfe, diefrüher nur von ihnen bewohnt wurden, zählen jetzt kaumeinige Heister; tlieils sind sie in die Fabriken gewandert,theils gestorben, ihre Söhne sind fast alle Arbeiter in Fabrikengeworden, wo sie sofort zu Verdienst gelangen, ohne eine Lehr-zeit von drei Jahren. Das Gleichgewicht in der Anzahl derSchmiede wie der Waffenarbeiter ist noch nicht wiederherge-stellt; es sind viele derselben ,,überzählig“ über den Bedarf,und diese Menge drückt ihre Löhne und ihre Thatkraft dar-nieder. Die Feiler sind eine ganz arme und elende Arbeiter-klasse; die Härter und Reider kommen nicht in Betracht.Die Schleifer sind es daher, die vorne auf dem Plane kämpfen,die zahlreichste und wichtigste Arbeiterklasse.
Die Schleiferei ist mit dem Jahre 1849 in eine neue Phasegetreten. Damals nahm die Fabrikation der Quincalleriewaareneinen fabelhaften Aufschwung, und deren Werth beruhte haupt-sächlich auf der Schleiferei. Die alten Wasserkotten befandensich noch immer in dem nämlichen trostlosen Zustande, wieer vom Anfänge des Jahrhunderts geschildert wurde; theilswaren sie mit Hypotheken überlastet, tlieils fehlte es denMeistern an Initiative, um Verbesserungen und Vergrösserungenvorzunehmen, auch erhielten sie auf ihre entlegenen Werkenur schwierig Credit. Daher entstanden auf den Höhen inder Nähe der Städte Dampfschleifereien mit einer ganz merk-würdigen social-öconomischen Organisation: der hausindustrielleCharacter blieb nämlich völlig gewahrt. Nicht Kaufleute nochFabrikanten sondern Speculanten, Bauunternehmer waren dieersten, welche grosse Werkstätten errichteten. Schleifplätzeherstellten und sie gegen 'Wochen- oder Monatsmiethe den ein-zelnen Meistern überliessen Diesen Vortheil nahmen nunauch alle diejenigen wahr, welche irgendwo Dampfkraft über-schüssig hatten; sie führten Treibriemen in die Stuben undvermietheten dieselben. Die Meister sorgten selbst für dieRiemscheiben, für die Steine. Schmirgel u. s. w. und hieltenihre eignen Gesellen und Lehrlinge; in ihrem Kommen undGehen waren sie vollkommen unabhängig, von sieben UhrMorgens bis sieben oder neun Uhr Abends mit einer StundePause erhielt der Vermiether die Steine im Gange. So bliebdie frühere Stellung der Meister gewahrt, und sogar in der