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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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schaft und der Fabrikantenstand (oder die Fertigmacher). Dieerstere kauft gewöhnlich die fertige Waare, lässt aber auch selbststückweise fabriciren; der letztere lässt gegen Lohn fabricirenund verkauft seine fertige Waare an den Kaufmann, häufigtreibt er aber auch direkten Handel. Diese beiden Klassender Arbeitgeber liefern Stahl und Eisen zu den Klingen (derSchwerter, Messer, Scheeren) und lassen dieselben nach ihrenAngaben von den Schmieden, Hartem, Schleifern, Feilern u. s. w.bearbeiten; nach jedem Arbeitsstadium kehrt das Halbfabrikatins Comptoir zurück, um dort besichtigt und nach dem Dutzendoder Hundert abgelohnt zu werden. So sind oft acht bis zwölfverschiedene Meister an einem Säbel oder Messer thätig, unddie Arbeitstheilung ist bereits so weit vorgeschritten, dasswer z. B. Küchenmesser schleift, keine Federmesser übernimmt,weil er sie nicht zu behandeln versteht. Ein beträchtlicherTheil der in den Hülfsgewerben beschäftigten Arbeiter, wie dieGabel-, Scheiden-, Gefäss-, Hefte- und Bändemacher, kaufensich selbst das Material, betreiben ihr Geschäft handwerks-mässig und gehören daher auch vor das Handels-, nicht wiedie Lohnarbeiter vor das Gewerbegericht.

Die Kaufleute (und hier werde ich im Folgenden nur vonder Messer- und Scheerenindustrie reden, da die Schwertfabrikbereits abgehandelt worden ist und in den anderen Gewerbendie Verhältnisse vielfach anders liegen) die Kaufleute sindunendlich zahlreich und von sehr verschiedener Bedeutung.Einige Exporteure bilden die Elite; sie sind die reichsten,eine Firma soll bis zu einer Million Mark im Vermögen be-sitzen, sie haben ausgedehnte Geschäftsverbindungen undeine durch Generationen gehende kaufmännische Tradition undBildung. Sie beschränken sich nicht nur auf Solinger Waaren,sondern vertreiben auch Artikel aus Remscheid, aus der Markund anderen Fabrikgegenden und erzielen ganz bedeutendeUmschläge. Die Mehrzahl der Kaufleute begnügt sich mitdem Geschäft auf dem Continente, in Deutschland und denNachbarländern, und beschränkt sich auf die Solinger Artikel.Die Bestrebungen der Kaufmannschaft sind nicht vergeblichgeblieben. Im Jahre 1832 schätzte der Landrath x ) den Exportder Messer auf 1.3 Millionen Mark, die Handelskammer im

*) von Hauer: Stat. Schilderung d. Iir. Solingen. 1832. S. 84.Jahresberichte der Handelskammer für 1856 und 72.

Es betrug im Jahre 1832 der Export:

Klingen 4000 Centner = 900000 Mark.

Messer 1215000 = 1350000

Es betrug im Jahre 1856 der Umschlag:

Schwertklingen 400500000 StückMesserklingen P/a2 Mill. Dutzend.

Scheeren %1

Stahlrahmen 1