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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
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II. 3.

Jahre 1856 den Gesammtumschlag auf 15 Millionen Mark undim Jahre 1872 auf 25 und mehr Millionen Mark. Trotz diesesunleugbaren Aufschwunges der Industrie und des Handels istman, wenn man aus Itemscheid oder aus dem Wupperthalekommt, doch erstaunt über die geringe Beweglichkeit mitwelcher in Solingen das Geschäft betrieben wird. Mangel anInitiative, an Unternehmungsgeist, an kühnem Vorangehencharacterisiren diese Kaufmannschaft, und noch mehr derMangel an irgendwie hervorragenden Persönlichkeiten; allesbewegt sich in alten, ausgefahrenen Geleisen. Grosse MengenSolinger Artikel werden von Remscheider und FJberfelderHäusern vertrieben, und sie werden nicht entfernt aufgewogendurch die Menge derjenigen Waaren, welche Solinger Kauf-leute für Remscheid verhandeln.

Noch zahlreicher als die Kaufleute sind die Fabrikanten.Sobald es einem Arbeiter, namentlich einem Fertigmacher(Nagler oder Reider) gut geht, denkt er: mit der schwerenHandarbeit plagst Du dich zu sehr ah, Du musst Fabrikantwerden. Und nun macht er einige Dutzend Messer oderScheeren fertig und bringt sie zum Kaufmann, oder er trabtmit dem Sack auf dem Buckel über die Berge und sucht sie aufeinem nahen Jahrmarkt feilzubieten, oder er wagt sich auch inentferntere Städte. Manche Anfänger haben dabei mehr Glück,sie entwickeln mehr Energie und Fleiss und arbeiten sich zuhöheren socialen Stufen empor. Dann schicken sie ihre Söhnein die Bürgerschule und lassen sie einjährig dienen; die Wohl-habenderen lassen die ihrigen schon von Tertia abgehen undsenden sie dann auf eine höhere Schule, z. B. auf eine Gewerbe-schule und später gar aufs Polytechnikum. Diese Generationwird dann schon zu gelernten Kaufl eilten vorgebildet.

Die anfangenden Fertigmacher sind ausserordentlich ge-fährliche Concurrenten. Ihre Productionskosten sind geringe:die Ausgaben für den ganzen kaufmännischen Apparat, wieComptoir, Commis, Reisespesen u. s. w. fallen bei ihnen fort:für ihre eigene Arbeit, das Reiden oder Nageln, rechnen siesich nichts an; sie begnügen sich mit ganz geringfügigem Ge-winne, verwerthen ihre arbeits- und erwerbslose Zeit zu Han-delsreisen und erzielen bei ihrem Herabgehen bis auf die letztenKunden oft die höchsten Preise. Die kleinen Meister gebenihnen längere Credite und betrachten sie überhaupt- als ihre

Es betrug im Jahre 1872 der Umschlag:

Blanke Waffen 800900000 Stück = 6

Patentmesser u. Gabeln 800900000 Dutzend = 4.8

Taschen- u. Federmesser 1.400000 4.06.0

Sclieeren 1.200000 = 3.03.9

Brotmesser 1.200000 ,, = 2.4

Metallbügel 700800000 = 1.8

Zuckerformen u. s. w. 190000 Stück = O.o

Mill. .Mark.

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