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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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sinkenden Materialienpreisen, um ein Verbot des Waaren-zalilens und des Abzuges von fünf Procent beim Baarlöhnen.Das Revolutionsjahr machte die Regierung entgegenkommenderund am 27. November fanden in Düsseldorf zwischen Regie-rungs- und Landrath, Kauf- und Handwerksleuten Verhand-lungen statt. Nur ein Punkt, derjenige, den die Arbeiter fürden wesentlichsten erklärten, .wurde ausgeschlossen, nämlichdie Lohnsatzung. Der Entwurf, welcher im Februar 1831 zuStande kam, fand jedoch auch diesmal nicht die Billigung desMinisters. Die Gesuche um die Meisterprüfung und den Lohn-satz wurden rund abgeschlagen, weil sie der Gewerbefreiheitwidersprächen, ein Verbot des Waarenzahlens für schwierigund nicht einmal für dringlich erklärt, zumal das Gewerbenicht fabrikmässig betrieben würde; einzig ein Fabrikgerichtwurde in Aussicht gestellt.

Hiermit sind die Acten über eine generelle Reform derSolinger Industrieverhältnisse geschlossen. Die Meister konnteneine Organisation ihres Standes nicht mehr erlangen; demwiderstand das Princip der Gewerbe- und Handelsfreiheit derRegierung und das Interesse der Kaufmannschaft. Die Politikeiner früheren Regierung, durch feste Organisationen derarbeitenden wie der handeltreibenden Klasse jedem Einzelneneinen Halt und sicheren Schutz seitens der Gemeinschaft zugewähren, wurde ersetzt durch die Jahrzehntelange absoluteUnthätigkeit des Staates. Das Einzige, wodurch er sich dannund wann den Arbeitern in Erinnerung brachte, bestanddarin, die Versuche zur Regelung der misslichen Verhältnissezu hindern, zu verbieten, ja sogar mit Waffengewalt nieder-zuschlagen. Darüber erlosch der früher so kräftige Ge-meinsinn der Meister. Am längsten erhielt er sich noch beiden Schleifern, die unten in ihren nassen Kotten ein ganzapartes Lehen führten. Trotz der Aufhebung der Privilegienbewahrten sie die Geschlossenheit ihres Handwerks, denn wennein Meister einen Fremden in die Lehre nahm, so wurden ihmnächtlicher Weile der Kotten zerstört, die Geräthe vernichtetund die Steine zerschlagen. Ein im Jahre 1830 gebornerFabrikant erinnert sich bis zum Jahre 1848 allein 1020solcher Fälle, wo trotz hoher Belohnungen die heimlichenVehmrichter nicht entdeckt wurden. Aber die Einführungder Dampfschleiferei seit der zweiten Hälfte unseres Jahr-hunderts brach die Kraft und die zünftlerische Tradition auchdieses Handwerks. Ein anderes Geschlecht wuchs seit demdritten Jahrzehnt heran: ungläubig horchte es auf die Erzäh-lungen der Greise von der entschwundenen Herrlichkeit derHandwerke; sie hielten die Erinnerung an den grossen zehn-jährigen Messerprocess, wo Alle für Einen, Einer für Allestanden, bereits für eine Mythe. Die Rechtsauffassungen, dieErfahrungen waren ganz anderer Art; sie kannten nur die

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