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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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kaufleute. Die unprivilegirte Kaufmannschaft war von gleicherBedeutung. Indess sind hier überall auch die kleinen Häusereingerechnet, welche ohne Capital und Einsicht begonnen hattenund wohl zwei Drittel der Gesammtheit ausmachten; dasSolinger Gerichts-Obligationenbuch bewies, wie viele von ihnentief verschuldet waren und den blossen Namen von Kauf-leuten führten').

Den Werth des jährlichen Exports schätzte Wiebekingim Jahre 1792 auf 600000 Thaler, wobei 1.600000 PfundStahl und Eisen verarbeitet und 7800 Karren Stein- und

3 400 Karren Holzkohlen verbraucht wurden. Die Rem-scheider Kaufmannschaft bezifferte um die nämliche Zeit dieJahresproduction lediglich der Waffen auf 300000 Stück zu je20 Stüber, in Summa auf 100120000 Thaler; diese Zahlensind wohl mit Absicht zu niedrig gegriffen. Daniels schätztedie Gesammtproduction im Jahre 1802 auf 89000 CentnerMesser und 23000 Centner Klingen; für letztere gab der Land-rath von Hauer nur 1020 Centner in den Jahren 17951806an. Die officielle französische Statistik vom Jahre 1806 enthielt

4- 5 Mill. Francs als Jahresproduction der ...Solinger Stalil-und EEenwaarenindustrie.

Die Technik war in vieler Hinsicht eine ganz mangel-hafte. Am weitesten zurück stand die Einrichtung der Schleif-kotten, deren 93 auf den sieben Bächen und auf der Wupperim Amte Solingen lagen. Diese nur schwer zugänglichen Ge-bäude befanden sich in dem nämlichen Zustande, in welchemsie vor Jahrhunderten aufgeführt worden waren; nichts warfür ihre Verbesserung geschehen. Das Gefälle war seltenrichtig berechnet, die Mechanik der Triebwerke war fehlerhaft,das Verhältniss des Wassers zum Triebwerke war falsch, eineMenge Wasser ging verloren. Die Wälder auf den Höhenwaren inzwischen gelichtet, im Frühling und Herbst tratengrosse üeberschwemmungen ein, im Sommer trockneten dieBäche fast aus. im Winter wurden die Iläder mit Eis über-zogen und standen still; eine einfache hölzerne Umhüllunghätte das vermieden, wie z. B. beim QuincalleriefabrikantenPeres die Schleifkotten nur zwei Tage im Jahre still standen.So aber verbannten Vhasserüberfluss und -mangel, Hitze undKälte den Arbeite]' aus seiner Werkstätte und zwangen ihnmeist ein Drittel des Jahres zu unfreiwilliger Müsse. Dannlagen die Schleifer auf dem Damm und schauten dem Wasser-spiegel entlang, bis derselbe sich heben würde. Mit ihnenmussten aber auch alle andern Arbeiter feiern, die ganze

9 Verschiedene gedruckte Streitschriften der Itemseheider Handlungs-deputation und der Solinger Zünfte aus den Jahren 1790 und 91 im Kgl.Staatsarchiv zu Düsseldorf. Ebendaselbst a. a. 0. Acta 30. Prome-moria der Solinger Kaufmannschaft vom 24. Januar 1795 und Eingabe derKlingen- und Messerfabrikanten vom 20. Juni 1803.