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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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über den Urhebern. Von hier aus fällt auch ein Streiflichtauf das Motiv der Kaufmannschaft, im XVIII. Jahrhundert diePacht des Licents zu übernehmen: bemächtigte sie sieh mitder Verzollung und Versendung der Waaren doch auch derControlle derselben! Sie liess die letztere verfallen, begnügtesich mit dem Verwiegen und Xotiren derselben und sprachdann durch ihren Zöllner daspassirt 11 aus. Auch wäre bei dersteigenden Ausfuhrmenge die Controlle jedes Stücks schon un-möglich gewesen. Wie in der Stahl- und Eisenwaaren-, so istauch in der Textilindustrie das alte Zeichenwesen erloschen.In einzelnen Fällen rettete sich die obligatorische Waarenschauaus den Städten auf das Land hinaus und wir finden sie dortals Leggewesen wieder: an die Stelle der Controlle durch dieCorporation der Meister selbst ist die Aufsicht durch Gemeinde-oder Staatsbeamte getreten. Wo ähnliche Institutionen nochvorhanden sind, können wir auf die handwerksmässige Betriebs-weise schliesscn; sie sind das Characteristicum derselben. Inder Kege! sind sie aber fast überall mit dem Eindringen desCapitalismus untergegangen.

Dagegen bildeten sich die Fabrikzeichen immer mehr auszum Schutze der neuen industriellen Individualitäten, der unter-nehmenden Fertigmacher und Kaufleute. Sie vererbten sich,jedoch dergestalt, dass die weibliche Deseendenz sie der männ-lichen gegen eine nach dem Werthe derselben zu bestimmendeVergütung überlassen musste. Im XVIII. Jahrhundert reprä-sentirten sie schon so werthvolle Vermögensrechte, dass siemit einigen tausend Thalern bezahlt wurden. Wenn daher dieMeister in ihren ziinftlerischen Traditionen die Zeichen deneinzelnen Schmieden wiedergehen wollten, so konnten die Kauf-leute diesen Gedanken schon gar nicht mehr fassen und wieder-holten ihre practischen Erfahrungen: dass ein Zeichen nurbekannt werden könnte, wenn es einem grossen Kaufmann ge-hörte, der seit Jahren in einem Lande absetzte.

Am ausgebildetsten waren die Fabrikzeichen in derjenigenIndustrie, wo das hausindustriell-capitalistische System am voll-ständigsten gesiegt hatte, in der Messerindustrie. Hier führtendie Schmiede nur die Zeichenstempel ihrer Arbeitgeber undeinzelne derselben, wie ein Bäumchen, eine Schnepfe, ein Storchoder Namen wie Cadix, Friedr. Rex, hatten einen grossen Ruf.Entsprechend dem steigenden Vermögensrechte wurde der Schutzder Fabrikzeichen immer mehr ausgebildet und mit Formali-täten umgeben. Jedes Fabrikzeichen wurde in zweifach zuführende Zeichenrollen eingetragen: neue Zeichen mussten

bei vollem Ilandwerksgericht ausgerufen werden; keiner durftedas seinige vermiethen. Die Rescripte vom 29. Mai 1772 und21. Februar 1775 fügten dem noch hinzu, dass neue Zeichenauch in den benachbarten Orten Kronenberg, Haan und Lütt-l'inghausen dreimal vom Obervogtsboten ausgerufen, ebenso oft

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