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II. 3.
würdigsten die Zeichen. Sie sind es, weiche am deutlichstendie technischen, wirtschaftlichen und socialen Umwälzungenoffenbaren, die die Industrie durch den Uebergang vom hand-werksmäßigen zum hausindustriellen Betriebe erfahren hat.
In den Anfängen der Fabrikation waren die Namen derselbständigen kleinen Handwerksmeister auf dem Markte unbe-kannt, sie galten nichts, — Solingen war die Finna, derenRuf durch alle Lande drang. Und Solingen hielt auf seinRenomme, um den Absatz und damit seinen Wohlstand zubewahren. Di_e Gesammtheit der Handwerkszünfte übernahmdie Gar antie, für. die. .Güte ihrer. Waaren und Hess jeder ein-zelnen, wofern sie tüchtig befunden war, in der Schwertfabrikvon einem vereideten Zeichenmeister, in der Messerindustrievon den Rathleuten, das allgemeine Solinger Beizeichen, alswelches bis zum .fahre 1687 der Herzog die drei Sparrenseines Ravensbergischen Wappens bewilligt hatte, aufprägen.Damit waren die Käufer gesichert, aber der Firma Solingenwäre es schwer gefallen, bei einer schlechten Klinge den Ur-heber ausfindig zu machen und ihn zu bestrafen. Daher derZwang, dass jeder Meister der Klinge sein Erbzeichen auf-schlagen musste, und die Bestimmung, dass kein Schleifer eineKlinge ohne ein solches Zeichen schleifen durfte. Nun konnteseihst auf fernen Märkten den Schuldigen die Strafe ereilen.Fand ein Solinger Bruder eine untüchtige Klinge, so Hess ersich von der Ortsobrigkeit darüber eine Bescheinigung aus-stellen, nahm sie mit in seine Ileimath, dort sahen die Vögtein der Zeichenrolle nach dem Urheber und die Strafe folgteder Entdeckung.
Aus der unterschiedslosen grauen Masse der alten Klein-meister rangen sich mit fortschreitender Arbeitstheilung dieintelligenteren und energischeren Unternehmer auf, sie machtensich durch die Güte ihrer Waare bekannt, und ihr Zeichenerwarb sich einen wachsenden Ruf. Diese Meister wurden zuFertigmachern, diese zu Kaufleuten; in dem Masse, als sieselbst mit eignem Zeichen sich die Märkte eroberten, wurdefür sie die weitere Empfehlung durch das allgemeine SolingerBeizeichen bedeutungslos. Die Ausländer richteten sich be-reits nach ihren Zeichen, und diejenigen Kaufleute, welcheBestellungen auf dieselben erhielten, waren genöthigt, dieWaaren von den betreffenden Genossen zu kaufen. Jetzt beimhausindustriellen Betriebe, wo der Kaufmann unmittelbar selbstdie Aufsicht über die Lieferungen seiner Lohnarbeiter ausübte,wäre es auch eine zeitraubende Formalität gewesen, von ihnenihre Erbzeichen auf jede Klinge schlagen zu lassen. Dahermit dem Untergange des handwerksmässigen Betriebes derVerfall des allgemeinen Beizeichens, jener Garantie für tüchtigeWaaren seitens der Solinger Zünfte, und der Verfall der Erb-zeichen, jener Controllmassregel, jenes Zeugnisszwanges gegen-