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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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unter den festgesetzten Preisen von den Fertigmachern kauftenund diesen "Winkelwaaren aufdrängten, an denen sie 30 bis40% verdienten; so kostete sie das Dutzend Paar Messer3537 Stüber, welches in der Satzordnung auf 4245 Stübernormirt war. Die privilegirten Kaufleute konnten unter solchenUmständen die vorgeschriebenen Arbeits- und Materialpreisenicht einhalten, schon im ersten Semester war die Satzungüber das Messengut gebrochen und auch für das Seegut ge-rieth dieselbe ausser Gebrauch, als in den Jahren 178283der englisch-holländische Krieg entstand, alle Ausfuhr ge-hemmt wurde und die Arbeiter sich selbst zu den niedrigstenLöhnen anboten. Ausserdem suchten die Kaufleute durch eineReibe von Kniffen die Vorschriften zu umgehen, indem sie dieMesser etwas kleiner oder schmäler bestellten, um sie einerbilligeren Lohnkategorie, einzureihen, indem sie die Materialienzu hoch im Preise aufdrangen und die schlechtesten Meisterannahmen, um die besseren durch die Noth zu zwingen. Gleichnach dem Friedensschluss liefen soviel Bestellungen ein, dassdie Löhne sogar über die Sätze der Ordnung stiegen: dieSchleifer verabredeten sich nun, für verschiedene Kaufleute solange nicht zu arbeiten, bis sie ihnen die Lohnrückständeaus der schlechten Zeit der Jahre 1782 und 1783 nach-bezahlt hätten. Die Kaufleute widersetzten sich, weil dieArbeiter ja freiwillig sich zu niedrigeren Löhnen angebotenhätten; aber am 14. April 1784 gelang es diesen eine ihnengünstige Verordnung zu erwirken. Im folgenden Jahre wurden!,'die Messer in Frankreich und Spanien verboten, es entstand!!/wiederum ein Stillstand, die über die Satzung gestiegenenLöhne sanken unter die vom Jahre 1782 und seitdem liefen :bis zum Jahre 1789 nicht genügende Bestellungen ein, um :sämmtliche Arbeiter zu beschäftigen.

Kurz das ganze Wirthschaftssjstem des Jahres 1777 brachzusammen. Endlose Processe, Strafen, Unruhen, Klagen be-gannen; in Schriften und Petitionen richtete sich der Sturm-lauf gegen die neue Ordnung. So entstand der sogen, zehn-jährige Solinger Messer-Satzordnungs-Process, welcher 24000Thaler kostete, im ganzen Lande ungeheures Aufsehen erregteund von beiden Seiten mit solcher Lebhaftigkeit geführt wurde,dass am 29. December 1778 ein ProVisorium eingeführt und am16. Mai 1786 die Ordnung total aufgehoben und freier Handelgestattet wurde mit der Massgabe, dass der Lohn nach Zeitund Umständen ausbedungen werde. Das hatte zur Folge,dass der Lohn für Schleifen und Härten sofort um 15 % herab-ging. Nun wurden die Gährungen noch stärker; die Meistenschrieen laut um 'Wiederherstellung des Lohnsatzes; die Kauf-leute widersetzten sich derselben, da die ihnen günstigen Be-dingungen nicht eingehalten würden. Die Zwischenzeit benutztedas Messerhandwerk, um sich neuen Absatz zu verschaffen; es