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II. 3.
den Privilegirten ist das Monopol auf den Handel und zumTheil auch auf die Fabrikation gesichert. Diese Consequenzenkamen den Handwerkern noch nicht zum Bewusstsein; siehatten ihre Preise für die Arbeit erkämpft und galten denKaufleuten freie Hand, den Preis der Maaren zu erhöhen. DieBestätigung der Lohnsatzung am 14. März 1777 nahm alleForderungen der Arbeiter und Kaufleute auf. (Vgl. Anlage I). —
Kaum begannen die Bestimmungen der Satzordnung prac-tisch zu werden, so kamen die Arbeiter zur Funsicht. DieKaufleute dachten nicht daran, die Messer zum festgesetztenPreise von den Fertigmachern zu kaufen, sondern Hessen sieselbst aus eigenem, billig gekauftem Material stückweise fabri-ciren; in kurzer Zeit wären die Fertigmacher und unprivile-girten Kaufleute eliminirt gewesen und die Handwerker zueinfachen Lohnarbeitern ausschliesslich der privilegirten Kauf-leute geworden. Freilich existirte ja auch ein Klassengegen-satz zwischen den Meistern und den Fertigmachern; warendoch jene durch diese um ihre Selbständigkeit gebracht, zuLohnarbeitern herabgedrückt worden, und hatten sie dochtäglich mit ihnen, gleichwie mit den Kaufleuten, um den Lohnzu streiten. In dieser Hinsicht hat ein Gegensatz der Interessenstets stattgefunden, existirt begreiflicher Weise noch heuteund ist niemals vergessen worden. Sobald es die Schmälerungdes Arbeitslohns gilt, standen und stehen Kaufleute und Fertig-macher treu und fest zusammen; sie reprüsentiren beide demlohnarbeitenden Meister gegenüber die Arbeitgeber. Luddennoch trat jetzt ein Fall ein, wo die Arbeiter die glühendstenVertlieidiger ihrer Gegner wurden. Die Vernichtung des Stan-des der Fertigmacher enthielt ja die Beraubung der Arbeiterum eine schönere wirtschaftliche und sociale Zukunft. Dieenergischen Meister waren die Väter der Fertigmacher gewesen,der Stand der Fertigmacher bildete die Pflanzschule der Kauf-mannschaft. Brach man aus dieser socialen Stufenleiter diemittlere Sprosse aus, so blieben unten zu ewiger und mecha-nischer Lohnarbeit' verdammt die einfachen Meister ohne Hoff-nung und ohne Ziele, und droben eine kleine Zahl monopolisirterKaufherrn, die Gebieter der Menge. Fis galt den Kampf umdie teuersten Ideale - . Mit dem Mute der Verzweiflung habendie wackern Handwerksbrüder den Streit geführt und gesiegt.
Wie Lin Mann erhoben sich die Fertigmacher, die unprivi-legirten Kaufleute und 600 Handwerksmeister (etwa drei viertelAller), als sie die Gefahr der Lage überschauten. Die Fertig-macher wie die unprivilegirten Kaufleute fuhren fort, widerdas Verbot Handel zu treiben, und letztere konnte man umso weniger entbehren, als sie ein ebenso grosses Capital imHandel stecken hatten wie die privilegirten und namentlich denHandel mit Zuschlag- oder Kniepmessern fast ausschliesslichbesorgten. Ihre Concurrenz war unerträglich, da sie die Messer