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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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Handwerks verlustig erklärt weiden. In ähnlicher Weise wurdeder Reidlohn unter dem 9. September 1776 vereinbart und dieReider verpflichtet, zu einem Preise von 12 Stüber pro Pfundihr Hirschhorn nur von den Kauf 1 euten zu beziehen; zur Con-trolle war ein Tarif aufgestellt, wieviel Pfunde Hirschhorn injedem Sortiment Messer enthalten sein mussten; auch war derKaufmann, der stückweise arbeiten liess, verbunden, die Hefteund Hände dem Reider zu liefern.

Die Interessen der Arbeiter und Kaufleute waren ver-schiedene; die ersteren wollten den Preis der Arbeit, die andernden Preis der Waare bestimmen; jene wünschten einen aus-reichenden, gleiehmässigen, baargezahlten Lohn bei stetigenMaterialpreisen, diese forderten für diese Zugeständnisse auchdie Möglichkeit, sich am Waarenpreise schadlos zu halten.Daher das Streben der Kaufleute, die Concurrenten zu ver-nichten. Deren gab es zwei: die Fertigmacher und die unpri-vilegirten Kaufleute. Die Fertigmacher brachten aus Geschäfts-unkenntniss und Capitalmangel die Preise herunter, vermochtenin normalen Zeiten billiger zu arbeiten, da die eigenen Söhneihre Gehülfen waren und sie für Comptoir u. s. w. keine Aus-lagen hatten, und betrieben in der arbeitslosen Zeit nebenbeiihren Handel. Die Kaufleute lebten aber nur vom Handels-gewinn und hatten durch die neue, sehr niedrige Tarifirung derMaterialpreise den Vortheil eingebüsst, den sie früher aus demHandel mit Eisen, Kohle, Knochen u. s. w. bezogen. Daherlautete ihre Forderung: Verbot des Zugleich- Handelns undFabrieirens der Fertigmacher und eine Erklärung derselben:ob sie den Handel oder die Arbeit erwählten. Die andernConcurrenten, die unprivilegirten Kaufleute, zahlten den Fertig-machern höhere Preise, indem sie sich an den höheren Zinsender ertheilten Gehlvorschüsse schadlos hielten, und den Haupt-gewinn aus anderen Artikeln zogen; sie vermochten daherbilliger zu verkaufen. Daher lautete die zweite Forderung:dass einmal die Annahme neuer unprivilegirter Kaulleute ver-boten würde, dass dann die Fertigmacher denselben die fertigenMesser um 61 u °/ 0 theurer als den privilegirten verkaufensollten, und ihnen endlich die Lieferung von Materialien ver-boten werden sollte, damit sie nicht den etwaigen Gewinn derprivilegirten schmälerten.

Die Zielpuncte der Forderungen der privilegirten Kaufleutesind leicht erkennbar: die Unprivilegirten sollen in ihrer Anzahlbeschränkt werden und müssen den Fertigmachern höhere Preisezahlen, dadurch werden sie den privilegirten gegenüber con-currenzunfähig; die Fertigmacher erhalten dann keine Be-stellungen mehr von den Unprivilegirten und dürfen die eigneWaare nicht mehr selbst verhandeln, sie werden besten Fallszu Lieferanten der Privilegirten; im Wesentlichen werden dieUnprivilegirten und die Fertigmacher als Kaulleute beseitigt,

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