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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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industrie; die eine Fabrik in Steyer in Oestreieli soll allein dieNachfrage der ganzen Welt befriedigen können. Dadurch sindfast alle Waffenarbeiter und -fabrikanten in Solingen, und zwarauf die Dauer, überzählig gemacht worden.

Und gerade jetzt, wo es sich darum handelte, die über-schüssigen Kräfte bei Seite zu schaffen, wurde seit Mitte unseresJahrhunderts die innere Concurrenz durch eine Venvaltungs-massregel aufgestachelt. Die waffenliefernden Solinger Trium-virn erregten nämlich den Neid der übrigen Kaufleute, unddiese ruhten nicht eher, bis im Jahre 1852 das Submissions-verfahren 1 ) eingeführt wurde. Anfänglich herrschte noch dasConsortialgeschäft, mehrere Firmen übernahmen gemeinschaft-lich die Desteilung und vertheilten sie unter einander. Ferner-hin begannen allmählich die Kreise und Löhne zu sinken undfortwährend erhoben die Arbeiter Klagen. Dazu trat in densechziger Jahren die Concurrenz von Suhl mit seinen billigenLöhnen. Ist es doch notorisch, dass z. B. ein Fabrikant eineLieferung übernommen hatte, an welcher er keinen Pfennig-verdiente; einzig darin fand er seinen Vortheil, dass er seineMaterialienlieferanten mit Jahreswechseln und seine Arbeitermit Dreimonatswechseln bezahlte und inzwischen mit dem haarerhaltenen Gehle seinen Exporthandel betrieb.

Diese Verhältnisse schienen sich bessern zu wollen, alsseit dem Jahre 1871 die Retablirung der Waffen mit grosserSchnelligkeit vorgenommen wurde. Zwar machte die Heeres-verwaltung darauf aufmerksam, dass dieselbe nur ein paarJahre dauern würde und die Fabrikanten aus den erhaltenenPreisen ihre Neuanlagen amortisiren müssten, aber die Con-currenz sprengte die Consortien und Solingen, Suhl und Klingen-thal, letztere mit ihren maschinellen Einrichtungen, unterbotensich in den Preisen. Diese wurden künstlich noch dadurch ge-drückt, dass die Submissionen nicht nur für ganze Lieferungen,sondern ratenweise drei bis vier Mal für dieselben veranstaltetwurden. Die Folge davon war, dass eine Submission sich unter derBasis der andern hielt und bei diesem endlosen Drücken derletzte Säbel auf die Hälfte des ersten zu stehen kam. DieSeitengewehre Muster 71 sanken (zum Theil in Folge verein-fachter Construction) in den Jahren 187476 von Mark 7.98,6.60, 5.40, 4.70 pro Stück. Und nicht einmal an der Qualitätkonnte man sich schadlos halten, da der revidirende Officierals pflichttreuer Beamter unerbittlich streng war. Den ge-sunkenen Preisen entsprechend fielen die Schmiede-, Schleif-und Polirlöhne von 40, 45 und 42/ 2 auf 20 Pf. pro Stück und

') Kgl. Regierung zu Düsseldorf. Acta I. III. 2. 1. und !). 23. Be-richte des Landraths, der Handelskammer und der Waffenarbeiter.Solinger Kreis-Intelligenzblatt vom 23. Febr. 1877, über das Submissions-verfahren vom Kaufmann C. Wrack.