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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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Absatz zu finden, ohne viel Rücksicht auf Krieg und Frieden;es war ein einfaches Geschäft, welches nicht viel Kenntnisseerforderte. Bei einem solchen thatsächlichen Productions-monopol konnten die Solinger ruhig immer weiter fabricirenund angemessene Preise fordern und erzielen. Als nun aberder Kaufmann friedlich seiner Strasse zog und der Bauer seinenPflug lenkte, ohne vom Schwerte umgürtet zu sein, als nichtmehr der einzelne Lehnsherr seine Reisigen ins Feld stellte,sondern der Staat es war, der wie die Sicherung im Innern,so auch die Vertheidigung nach Aussen übernahm und seineTruppen selbst ausrüstete, da änderten sich alle Absatzver-hältnisse, die Bestellungen weniger grosser Staaten wurdenmassgebend für die Industrie, für ihre jeweilige Lage und ihreVerfassung.

Zahlreiche Staaten legten, um in der Erzeugung ihresKriegsbedarfs sich unabhängig zu stellen, eigne Waffenfabrikenan; solche entstanden im Laufe des XVIII. Jahrhunderts inSpandau, Neustadt-Eberswalde, Potsdam, Suhl, Tula, Klingen-thal im Eisass, Kopenhagen und Elkistuna. Die Fabrikationvon einfachen Klingen, wie namentlich von Sackhauern, wurdeim Jahre 1661 von eidvergessenen Handwerksbrüdern nachEilpe übertragen und ging bald ganz ans Märkische verloren,weil ihr Ilauptwerth auf den dort billigeren Kohlen und Eisenberuhte. Die dortige Industrie nahm überhaupt einen grösserenAufschwung und verbrauchte einen wachsenden Theil der eignenRohmaterialien; diese stiegen im Preise und fingen an. denSchwankungen auch des einheimischen Gewerbes zu unterliegen.

In ihren Productionsbedingungen ungünstiger gestellt, ihrersichersten Stapelartikel verlustig gegangen, von mehrerenMärkten abgedrängt, wurde die Solinger Waffenindustrie aufein immer kleineres Absatzgebiet angewiesen. Hier waren aberdie Staaten in ihren Rüstungen abhängig von Kriegen und dieNachfrage nach Waffen wurde daher immer unregelmässiger.Je häufiger und anhaltender die Stockungen im Absätze undin der Fabrikation wurden, desto mehr wuchs die Macht derer,welche dieselben überdauern konnten; die Regierungen wolltenauch nur mit angesehenen, leistungsfähigen und gebildetenKaufleuten zu thun haben, es bildete sich daher in Rück-sicht auf Kenntnisse und Vermögen eine Kaufmannschaft immermehr aus. Was lag dieser näher, als einerseits alle Con-currenten sich fern zu halten, andererseits sich jener starrenLohn- und Preissätze zu entledigen, welche ihre Gewinneschmälerten ?

Gegen ihre Concurrenten führten die Kaufleute den Kampfsiegreich. Durch den Schirpenbroicher Vergleich vom 15. März1690 wurde dem Kaufmann Jacobi und im Jahre 1715 demEck die Handelsberechtigung entzogen, welche sie sich imSchwertfeger- und Reiderhandwerk erkauft hatten; den Zunft-

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