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Reit- und Fahrgeschirre und der Neusilberwaaren in Iserlohnund Umgegend. Der Kreis Altena pflegt ähnliche Gewerbeund steht in der Drahtzieherei oben an; gegenüber auf denBergen strebt rasch ein zukunftreiches Städtchen empor, Lüden-scheid. welches unter anderem seine Specialität in Metall-knöpfen und allerhand Kurzwaaren, wie Broschen, Agraffen.Schnallen und in Brittania-, Guss- und Druckwaaren gefundenhat. Das märkische Siiderland ist das wahre Revier Wielanddes Schmiedes, der so kunstreich in allen Arten Metallen znarbeiten verstand.
Weiter ins Gebirge hinauf, im Siegener Lande und imXassauischen, liegen die Orte, wo das Eisen und der MünsenerBerg, wo der Stahl herkommt, dessen die bergische Industriebedarf. Von Hagen aber nach Nordwesten, im Ruhrbecken,betreten wir jenen unterhöhlten Boden, welchem rastlos seineSchätze entnommen werden, um in den Hüttenwerken, Koaks-öfen und sonstigen Etablissements ein ewiges Feuer zu unter-halten !). Soweit das Auge reicht, sehen wir nur hohe Kamineund ausgedehnte Anlagen, in dichten Rauch eingehüllt, hörenwir Räder schnarren, Essen brausen, Bälge blasen. — das istdie Scenerie zu des.Dichters Worten:
Die Werke klappern Tag und Nacht,
Im Takte pocht der 'Hämmer Schlag.
Und bildsam von den mächt'gen Streichen
Muss seihst das Eisen sich, erweichen.
Das bergisch-märkische Land trägt überall den gleichenfelsig-rauhen Charakter. Der Ebene nahe noch sanftere Hügelund Wiesen, steiler dann nach Osten die Berge und „Klippen“:nackt treten endlich die Felswände zu Tage, und selbst unterder Erde weist die Dechenhöhle ungeahnte Wunder im Laufeder Jahrhunderte tropfenweise gebildet. Das Buschwerk er-hebt sich zum Walde, die Eiche weicht der Tanne, düstrerwird die Gegend, jäher die Schluchten und einsamer, — derWanderer ist „imTyrol“. Allen Höhen entrieseln Quellen, mur-melnd finden sie sich zu Bächen, unruhig werfen sich diese inihren engen Betten, stürzen sich der Wupper, Yolme und Lenne zu.bis endlich vom Zwange seine Kinder befreiend der ruhig dahin-strömende Vater Rhein sie aufnimmt. In den Thalgründen allent-halben Wehre und Sammelteiche; wo nur der Wasserlauf eszulässt, ist er besetzt, im Westen mit Schleifkotten, in derMitte mit Breit- und Reckhämmern, im Osten mit Drahtrollen;schon seit Jahrhunderten ist kein Gefälle unbenutzt geblieben.Auf den Bergen zerstreut liegen die Schmieden, oft 5, auch 10.zuweilen 30—40 in einer Gegend; sie bilden zusammen einenHof. Ursprünglich mag das wohl ein einheitlicher Hof ge-
1) Schöne Schilderungen in Hocker:und Westfalens. 1867.
Die Grossindustrie Rheinlands1 *