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II. 3.
Portemonnaies und vorübergehend die der Revolver. Diegrosse Entfernung von den Fundstätten des Eisens und derKohle wird hier ausgeglichen durch erhöhte Kunstfertigkeit.
Weiter nach Osten waren Kronenberg, Lüttringhausen undRemscheid die Mittelpunkte der wohlbekannten Industrie vonSensen. Sicheln und Stabeisen. Als aber eidvergessene Hand-werksbrüder im Jahre 1687 ihre Kunst ins Märkische über-trugen, ging jenes Gewerbe zurück und an seine Stelle tratvom XVIII. Jahrhundert ab die Fabrikation der unzählig vielenfeinen Handwerkszeuge, wie namentlich der Feilen, Sägen.Meissei, Hobeleisen, Bohrer, Schlittschuhe, Winden. Zangen.Schlösser u. s. w. Von Velbert an im Norden über Kronen-berg, Lüttringhausen, Rade vorm Wald, Halver bis nachWermelskirchen im Süden lehnte sich diese Industrie an dieSolinger an; ihr Centrum aber ist Remscheid mit einer Kauf-mannschaft, die in alle Cultur- und Barbarenländer handelt.
Hier von den Grenzbergen schaut man gen Osten in jenesLand, „wo der Märker Eisen reckt“. In gleichmässiger Entfernungvon den Eisen- und Kohlenbergwerken, unterstützt durch dieGefälle der Bäche blühte hier seit jeher die erste Verarbeitungdes Eisens. Nachdem dann seit Ende des XVII. Jahrhundertsbergische Schmiede sich immer zahlreicher am Gevelsberge,an der Enneperstrasse, in Hagen und Eilpe niederliessen, ent-stand auch eine Kleineisenindustrie, die an Mannigfaltigkeitjede andere übertrifft, jedoch nur schwere Waaren herstellt,deren Werth hauptsächlich im Material besteht, und von denfeineren Sachen die gröberen Sorten liefert, wie z. B. Sensen.Spaten, Aexte, Ambosse, Schraubstöcke. Kaffeemühlen, Sack-hammer, grobe Messer und Feilen u. s. w.
Von Hagen nach Südosten öffnen sich die Tluiler derVolme und Lenne. Hier ist die Gegend, welche durch dasOsemundeisen ihren Ruhm erhielt: dasselbe wurde dann zuDraht verarbeitet: Hagen hatte die groben, Altena die mitt-leren und Iserlohn die feinen Sorten; aus ihnen entstandendie berühmten Panzer. Als diese gegen die mörderische Feuer-waffe keinen Schutz mehr gewährten, ward die Fabrikationdes Kratzendrahtes eine reiche Einnahmequelle. Diese Eisen-industrie hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten, nur istder Grossbetrieb fast überall eingedrungen. Die alten Reck-hämmer sind durch grosse Hüttenwerke verdrängt worden:der Draht, der in grossen Walzwerken gezogene gröbere, wirdzu Ketten und Stiften, der auf Rollen mit der Hand gezogenefeinere zu Kratzen, Carcassen bis zu den feinsten Nadelnherab verarbeitet. Neben das Eisen sind in unserem Jahr-hundert alle andern Metalle, wie Kupfer, Zinn, Zink, Nickelund Antimon in ihren 'zahllosen Legirungen getreten undwerden zu Draht, Platten und anderweitig verarbeitet. Daraufberuht die schöne Industrie der Breiige- und Gusswaaren, der