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II. 3.
wesen sein, jetzt ist er in mehrere Gütelien zertheilt. AlteStädte giebt es ausser Solingen und Iserlohn keine, und selbstdiese zählen sammt den umliegenden Niederlassungen nur16000 Einwohner; Hagen allein hat der Gründung grosserHüttenwerke in neuester Zeit eine stärkere Bevölkerung zuverdanken.
Wer aber z. B. in der Bürgermeisterei Remscheid eineStadt von 26000 Einwohnern erwartet, wird sich gewaltigenttäuscht finden. Langt er des Abends an und tritt hinausauf die Treppe des dortigen Gasthofs, so sieht er die ganzeGegend weithin von Lichtern übersäet. Bald hoch oben, baldtief unten erhellt sich die Nacht durch einen Feuerstrom, derdurch die geöffnete Tliüre glänzt, oder durch einen sprühendenFunkenregen, den der Blasbalg durch die Esse treibt. Ausden Tiefen dringt das Rauschen der Wasserräder, der dumpfeFall des Breithammers, das rasche Pochen des gerecktenStahls; auf den Bergen gibt zum ernsten Grundton desschweren Schlages des Draufhauers die Melodie an der klingendeSchall des schmiedenden Hammers. Und entschleiert sichdiese rauschende, pochende, klingende Welt, vor der SonneSchein, da schaut man die zerstreut liegenden Ortschaften,durch Landstrassen mit einander verknüpft; zu den Wasser-werken hinab führen gar nur unwegsame, geheimnissvollePfade. Die grauen schieferbekleideten, schiefergedeckten Häus-chen schauen ernst darein; im Erdgeschoss ist die Schmiede,darüber künden die freundlichen grünen Läden die Wohnungdes Meisters und seiner Gehülfen; rund herum liegt das ein-gehegte Gärtchen, in welchem der Schmied mit Liebe seineBlumen pflegt, hinten hinaus das Feld, welches der reichereMann besitzt. Da ist nichts Städtisches, keine Planmässigkeit.Trotzig siedelt sich der unbeugsame Sohn der Berge dort an,wo es ihm gefällt; die Freiheit, die als angeerbtes Gut er vonseinen Vätern sich bewahrte, will er auch in der Gestaltungseines äusseren Lebens bethätigen. Trotz, Starrsinn, Unbeug-samkeit sind das Erbtheil dieser Schmiede; „der Gott, derEisen wachsen liess, der wollte keine Knechte!“