Einleitung.
Das bergisch-märkische Land ist der Sitz uralter Eisen-industrie. Schon in grauer Vorzeit mag nahe dem RheinBergbau getrieben und Eisenerz gehiittet worden sein; un-zählige verlassene Pingenziige und Frischschlackenhalden sinddie Zeugen dieser Arbeit; das Eisen lagert an vielen Stellengar nicht tief, die Wälder lieferten die Kohlen. Der unvoll-kommene verschwenderische Hüttenbetrieb zerstörte rasch denHochwald, er zwang die Bergleute der enthöhlten Erde zuentsteigen, sich anzusiedeln auf den entholzten Höhen, umdas geförderte Eisen zu schmieden; — wiederum grünten dieEichen auf den moosbedeckten Schlackenhaufen. Wann dasgeschehen, darüber schweigen die Urkunden; seit Anfang un-seres Jahrtausends mag wohl der Gewerbfleiss sich geregt haben.
Zur Zeit der Hansa 1240 waren die Kronenberger weissenSensen und Futterklingen hochberühmt; die Solinger Schwertermachten sich im XIV. Jahrhundert einen Namen; Sensen undSchwerter bildeten den Grundstock der bergischen Industriefür die Schnitter auf dem Felde der Ernte und des Todes.Im Mittelalter, wo das Schwert das Symbol des freien Manneswar und es bei Helden so oft in Dichtungen geschildert wurde,gehörten das Waffenschmieden und der Handel mit Waffen zuden rühmlichsten Gewerben, — damals, wo andere Hand-werke eines freien und wehrhaften Mannes für weniger ziem-lich galten. Und die alten Schmiede verstanden ihr Schwertgar wohl zu führen; es leben die „ruhmreichen Berge“, dieden Sieg bei Worringen erstritten, und der brave Schmiedvon Solingen, der seinem Könige zu Hülfe eilte, unsterblich inLied und Sage fort.
Am nächsten dem Rhein ist der Solinger Industriebezirk,die alte Stadt von den Ortschaften Dorp, Höhscheid, Grafrath,Wald und Merscheid umgeben. Hier ist seit altersher dieFabrikation von Schwertern und Messern zu Hause; dazu ge-sellte sich im vorigen Jahrhundert die der Scheeren und imgegenwärtigen die der Regen- und Sonnenschirmgestelle, derZuckerformen, Stiefeleisen, der Stahlbügel für Etuis und
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