Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
949
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Tausendste lilachl.

lief schnell in das Haus zurück, schloß sich ein und brachte den ganzen Tag weinend zu.Am folgende» Morgen aber ließ sic ihre Freundin zu sich rufen und theilte ihr dasGesehene mit. Diese gab sogleich ihrem liebekranken Bruder Nachricht davon, der ohnegroße Mühe es dahin brachte, daß Hamamalcltiwa ihn nach einem Monate zuheirathen sich entschloß. Während vieles ganzen Monats besuchte Hamamatclliwaihren Garte» nicht mehr, denn der Winter hatte ihm allen Reiz genommen; auch warsie zu sehr mit ihren Vorbereitungen zur Hochzeit beschäftigt und scheute gewissermaßeneinen zweiten Anblick des verdorrten Noscnstocks.

Der zur Hochzeit bestimmte Donnerstag kam endlich herbei. Der Ehe-Contrakt warschon geschrieben, die Gäste geladen, der Brautzug durch die Stadt vollbracht. ZumUnglück des neuen Bräutigams war aber Satilatlas nicht todt, er traf vielmehr amHochzeitstage in seinem Landhausc in der Nähe von Kahira ein. Das Schiff, auf demer zurückgereist war, hatte nämlich bei Suez gescheitert, und er ward eine Weile leblosvon den Wellen umhergeschaukelt, bis ein Fischer ihm von der Küste her zu Hülfe kam,ihn in seinen Nachen aufnahm und wieder in's Leben zurückrief. Der Nosenstock, denaber Hamamatclliwa nicht mehr zu berathen für nöthig fand, ward daher auchallmälig wieder grünend und stand nach einem Monat, als SatilatlaS vollkommenhergestellt war, wieder in voller Blüthc da wie zuvor.

Satilatlas fiel vor Schrecken in Ohnmacht, als sein Gärtner ihm sagte, seineGattin habe ihn todt geglaubt, und er werde sie, wenn er nicht vor Nacht nach Hauseeile, in den Armen eines andern Gatten finden. Wohl dachte er, daß der Nosenstockwährend seines viertelstündigen Todes verwelken konnte; er vermuthete aber keineswegs,daß die ihn so zärtlich liebende Hamamatclliwa nach einem Monate schon einemAndern die Hand reichen würde.

Beim Anbruch des Tages hielt Schchersad inne; in der folgenden und letztenNacht beendigte sie also diese Geschichte: