Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
948
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048 Tausendste Aachl.

einsam und zurückgezogen der Hoffnung auf eine baldige Wiederkehr ihres Gatten. Alsaber der zweite Winter kam, ihr Nosenstock nicht verwelkte und Satilatlas doch nichtzurückkehrte, fürchtete sie für das Wohl ihres Mannes und zweifelte an der Unfehlbarkeitdes vom Derwisch ihr angegebenen Zeichens. Ihre Einsamkeit ward ihr zur Last; siemachte und empfing Besuche, ging häufig in's Bad und brachte daselbst ganze Tage mitihren Freundinnen zu, und unterhielt sich häufig von andern Männern, besonders abervon dem Bruder einer ihrer Freundinnen, der gleichzeitig mit Satilatlas um siegeworben hatte. Den folgenden Sommer erlaubte sie, da der Nosenstock für sie alleBedeutung verloren hatte, ihrer Freundin sogar, ihren Bruder während ihrer Anwesenheitim Besuchzimmcr zu lassen, und bald trat sie in ein so nahes Verbältniß zu ihm, daßzu einer dauernden Berbindung nur noch die Gewißheit über den Tod ihres Mannesfehlte. Endlich, nach Verlauf des zweiten Sommers, trat sie eines Morgens in denGarten, mehr an ihren Geliebten als an ihren Gatten denkend, und seufzte schwer, alssie am Roscnstocke vorüberging und ihn noch immer mitten unter andern verwelktenBlumen frisch und blühend fand. Als sie aber nach einer Viertelstunde den Gartenverließ und wieder am Nosenstocke vorüberkam, sah sie, wie plötzlich die grünen Blättersich gelb färbten und die Rosen verwelkten. Obschon sic längst ihren Gatten todt glaubteund fast mit Ungeduld auf dieses Zeichen harrte, erschrack sie doch nicht wenig darüber,