Druckschrift 
4 (1841)
Entstehung
Seite
945
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lüeunliunfterl und ncuiinndneunzigfte Uachr.

schweren Kummer zeugten, und sagte ihr:Halte mich nicht für unbescheiden, frommesWeib, wenn ich staunend frage, wie eine junge Frau, im ausschließlichen Besitze einesjungen Mannes mit so vielen Neichthiimern, so niedergeschlagen sey» kann? Vertrauemir die Ursache deines Grams, ich habe schon so manchem Leidenden Linderung verschafft."Die betrübte Frau, deren Unglück schon kein Gehcimniß mehr war, machte den Derwischmit dem Uebel ihres Gatten bekannt. Der Derwisch dachte einige Minuten lang nach,dann sagte er der Frau:Die Krankheit deines Mannes rührt von einer giftigen Pflanzeher, deren Gegengift nur in Indien wächst. Will dein Mann geheilt werden, so mußer nach Indien reisen und drei Morgen nach einander bei Sonnenaufgang von derBlüthe des Nagidjanhud-Baumes essen, und seine frühere Manneskraft wird ihm nochverdoppelt werden."Aber wir können ja Jemanden nach Indien schicken und dieseBlüthe holen lassen," versetzte die furchtsame Frau.Es wird Nichts nützen," erwiderteder Derwisch,sobald die Pflanze von einem Andern berührt wird; ja selbst dein Gattemuß sie gleich mit den Zähnen abpflückcn." Hamamatelliwa hatte viele Mühe, mitdem Gedanken vertraut zu werden, daß ihr Gatte in ein so fernes Land reisen und sieso lange von ihm getrennt bleiben sollte.

Erst nach und nach gelaugte sie zur Einsicht, daß es doch besser sey, einige Zeitgetrennt zu scyn und dann wieder mit voller Gesundheit ein ganzes Leben beisammen

Tausend »ud eine Nacht. IV.

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