dleunhundcrl und neunzigste llucht.
Diadem auf ihre Stirne und legte viele Ringe um Arm, Finger und Füße. GegenMitternacht eilte sie in golddurchwirkten Pantoffeln, neben ihrer vertrauten Sklavin,hinter zwei Fackelträgern Zahers Schlafzimmer zu und klopfte an. Der Khan undTigan waren hinter einer Treppe verborgen, an einem Orte, wo sie unbemerkt Allessehen und hören konnten. Schon der prachtvolle Anzug Banura's, ihre freudestrahlendenAugen und ihr lächelnder Mund erschütterten des Khans Glauben an ihre Redlichkeitund Unschuld. „Wer da?" rief Zäher, ohne das Zimmer zu öffnen. „Banura, miteinem Scheidebriefe von ihrem Manne, der sie dir als Sklavin schenkt!" antwortete sievon Außen. „Ocffne nun der Glücklichen, die dir schon früher Beweise von ihrer Liebe
gab und die du nun als dein Eigenthum, ohne zu sündigen, auch lieben darfst." —
„Sage dem Khan," antwortete Zäher, „von einem Manne, der ohne Grund aufhörte,mein Freund zu seyn, nehme ich kein Geschenk an, und sähe ich ihn noch als Freund an,so möchte ich ihn nicht seiner schönsten Gattin berauben, um die er so viele Jahre langgekämpft." — „Gewiß liebst du Tigan," versetzte Banura, „du würdest sonst derartigeBedenklichkeiten bei Seite setzen und mich schon längst in deine Arme geschloffen haben."
Bei diesen Worten gerieth der Khan außer sich vor Wuth; er sprang hinter derTreppe hervor, zog sein Schwert und durchbohrte zuerst Banura und dann ihre
mitschuldige Sklavin. Als hierauf Zäher erschrocken aus seinem Zimmer lief, küßte
ihm der Khan Hände und Füße und bat um Verzeihung; Tigan gab ihm dann überalles Vorgefallene Aufschluß, und er ließ sich bewegen, seinen Aufenthali beim Khanzu verlängern.
So viel, was Beibars betrifft. Schiha aber, der, wie wir gesehen, die Frauendes Sultans nach Syrien begleitete und dann seinen Herrn aufsuchen wollte, ward voneinem Genius zur berühmten Zauberin Tagnas, Tochter Kiptawils, gebracht, dieeinen prachtvollen Palast auf einer Insel des Nils in Ober-Egypten bewohnte. So sehrer auch erschrack, als plötzlich ein Genius ihn auf die Schultern nahm, so freudig warder überrascht, als er ihn in diesem Palaste auf einen sanften Divan neben die entschleierte,nur in ein leichtes, durchsichtiges Gewand gehüllte, schöne Tagnas niederlegte. Siefiel ihm sogleich um den Hals, sagte ihm ihren Namen und gestand, daß sie nimmerlänger ihre Liebe zu ihm habe bekämpfen können, ihn daher durch Zauber hierhergebrachthabe, um ihn zu heirathen. Darauf erwiderte Schiha: „Wie kann ich, die treuesteStütze des unglücklichen vertriebenen Sultans Zäher, die Tochler seines größten Feindes,der ihm Land und Thron geraubt, heirathen? Und wie soll der Oberste aller musel-männischen Fürsten sich mit einer Christin vermählen?" — „Liebe mich nur," antwortete