Neun hundert
neu nundacht zigfte Nacht.
„Vedenke, Banura," sagteZah e r unter Anderm, „dieFolgen dieser Sünde. Weißtdu, wie sie gebüßt wird? Gewiß nicht, sonst hättest du keine Lust, sie zu begehen.Für dieses flüchtige Vergnügen müßten wir zehn Jahre lang an der Pforte desParadieses stehen und im aufgeregtesten Zustande immer Zusehen, wie die Frommen diehöchste Seligkeit genießen." Banura verwünschte den Koran, den Propheten, dasParadies und die Hölle und ging ganz trostlos in ihr Schlafgcmach. Am folgendenMorgen erzählte sie ihr mißlungenes Unternehmen einer ihrer vertrauten Sklavinnen.Sie rieth ihr, wenn sie einen so harten Mann doch noch lieben könne, sich, während erbeim Nachtessen im Speisesaale seyn würde, in sein Schlafzimmer zu schleichen; „denn,"sagte sie, „wenn er in der vergangenen Nacht deinen Bitten widerstanden hat, so warcS nur, weil er dich nie gesehen; hat er aber einmal einen Blick ans dich geworfen, sowird er dich allen himmlischen Huri, auf die seine ganze Tugend sich stützt, verziehen."Banura war sich der Macht ibrer Schönheit zu sehr bewußt, um den Rath ihrerSklavin zu verwerfen. Im vollen Vertrauen auf ihre Reize schlich sie sich daher desAbends in des Sultans Schlafgemach und stellte sich, als sie ihn kommen hörte, vor dieThüre, ihr Mondgesicht gegen die Oeffnung derselben gewendet, so daß der Sultan